Exit-Strategie: Laurence Saunier über Unternehmensverkauf und CEO-Nachfolge bei Bears with Benefits
Shownotes
Wann ist der richtige Moment, das eigene „Baby“ loszulassen? In dieser Episode spricht Laurence Saunier, Co-Gründerin von Bears with Benefits, über die beeindruckende Reise von der ersten Amazon-Bestellung bis zum Millionen-Exit. Sie gibt tiefe Einblicke in den Verkaufsprozess an die französische Havea-Group und erklärt, warum Profitabilität in Krisenzeiten ihre größte Stärke war. Zudem diskutieren wir, wie der Übergang von der CEO- in die Founder-Rolle gelingt und warum man im Exit-Prozess unbedingt auf sein Bauchgefühl hören sollte.
Die Highlights der Folge:
Der perfekte Partner: Warum sich Laurence und ihre Co-Gründerin gegen einen reinen Finanzinvestor und für einen strategischen Partner entschieden haben.
CEO-Handover: Wie man eine externe Nachfolge (Anina) erfolgreich integriert und warum „Loslassen“ für Gründer die größte Herausforderung ist.
Mut im Prozess: Warum man sich im Exit-Prozess nicht von Deadlines und Berater:innen drängen lassen darf, wenn das Bauchgefühl „Stopp“ sagt.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich willkommen zu unserem neuen Podcast-Format, One More Question, quasi die Weiterführung von eCommerce Why Not.
00:00:07: Und als mein ersten Gast habe ich mir die Liebe Laurence ausgesucht.
00:00:10: Laurence ist die Gründerin von Bear Swift Benefits und hat zusammen mit Lena das Unternehmen.
00:00:17: Es ist eine Nachungsergänzungsmittel-Brand, die vor allem spezialisiert ist auf Gammis und die sehr schnell zweistellige Millionen-Umsätze erzielt haben.
00:00:24: Und von außen betrachtet wirkt es bei den beiden immer so, als würden sie genau die richtigen großen Entscheidungen zum richtigen Zeitpunkt treffen.
00:00:31: Sie haben das ganze Jahr zwanzig-achzehn gegründet, zwanzig-zweiundzwanzig, haben sie das an einen Investor verkauft und seit letztem Jahr sind sie auch nicht mehr in der Geschäftsführung, haben das an eine externe CEO übergeben und sind nur noch in der Advise-Rolle.
00:00:43: Und ich habe mit Laurence einmal darüber gesprochen, Wie es ist, ein Investor reinzuholen, also auch mit einem Abstand von ein paar Jahren.
00:00:50: Und sie hat die Fragen mitgegeben, die man sich eigentlich vorher mal stellen sollte.
00:00:55: Also auf was habe ich eigentlich wirklich Lust und was sind auch dann absolute No-Gos.
00:01:00: Und ich glaube, das war wirklich sehr, sehr spannend für alle auch, die sich vielleicht selbst gerade an dem Punkt befinden oder das auch für die nächsten Jahre überlegen, damit man das auch... Ja, langfristig nicht bereut.
00:01:12: Und dann haben wir auch darüber gesprochen, wie es ist, eine externe CEO einzustellen.
00:01:16: Also, nach was haben Sie da eigentlich Ausschau gehalten, aber auch, wie haben Sie die Person darauf vorbereitet?
00:01:21: Was gibt man da so mit, wenn da nach Jahren plötzlich jemand externes reinkommt, der das übernimmt?
00:01:26: Und da habe ich wirklich eine ganz andere Antwort erwartet.
00:01:29: Da habe ich viel noch nicht drüber nachgedacht und mittlerweile mache das, was Larosta auch gesagt hat, total Sinn für mich.
00:01:35: Und nehme ich mir auf jeden Fall auch so mit.
00:01:37: Deswegen, ich wünsche euch jetzt sehr, sehr viel Spaß mit der ersten Folge One More Question.
00:01:42: Wir freuen uns über jegliches Feedback natürlich auch in den Kommentarspalten.
00:01:46: Und jetzt geht's los.
00:01:50: Sehr gut, liebe Doros.
00:01:51: Ich freue mich so sehr, dass du heute da bist.
00:01:53: Ich weiß gar nicht, wann wir das letzte Mal eine Podcastaufnahme hatten.
00:01:56: Ich glaube ... Gute drei Jahre ist es her.
00:01:58: Bestimmt,
00:01:59: genau.
00:02:00: Das war damals, glaube ich, kurz nach unserem Exzent.
00:02:03: Und da kann das sein.
00:02:04: Irgendwie Ende, Anfang, Anfang, XX, sowas.
00:02:07: In Mannheim.
00:02:08: Ja, genau.
00:02:09: Jetzt heute in Hamburg.
00:02:10: Mittlerweile sind wir beide nach Hamburg gezogen.
00:02:11: Ja.
00:02:12: Deswegen können wir uns jetzt hier treffen, worüber ich mich sehr, sehr freue.
00:02:16: Und es wird ja auch gleichzeitig die erste Folge von unserem neuen Podcast-Format.
00:02:20: Deswegen freue ich mich natürlich auch noch mal umso mehr.
00:02:22: Und wir wollen heute vor allem darüber reden, was seitdem passt.
00:02:27: und das sind auch sehr viele große Entscheidungen seitdem getroffen worden.
00:02:31: Und ja, vielleicht, wir reden natürlich gleich noch mal darüber, was ist eigentlich Best of Benefits für alle.
00:02:36: die vielleicht die erste Folge auch noch nicht gehört haben oder das Produkt noch nicht kennen, wobei ich glaube, dass ganz, ganz viele eigentlich schon irgendwo auf jeden Fall über eure Produkte gestoßen sind.
00:02:45: Aber wir wollen vor allem auch reden, wann der perfekte Moment für einen Exit ist, aber auch für den persönlichen Exit aus einer Firma und wie die Rolle danach ist.
00:02:52: Deswegen noch mal herzlich willkommen und vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst.
00:02:57: Ja, vielen Dank für die Einladung, liebe Rommi.
00:02:59: Freu ich mich sehr darüber.
00:03:00: Vor allem auch gerade jetzt, dass wir beide hier in Hamburg sitzen, finde ich wunderbar.
00:03:04: Nimm uns mal ein bisschen mit.
00:03:06: Wie hat Bersoff Benefits gestartet und vor allem wann?
00:03:09: Lena und ich, meine Co-Founderin, wir haben im Jahr two-tausend-achzehn Bersut Benefits gestartet.
00:03:15: Und das kam so ein bisschen aus einem persönlichen Nied heraus, eigentlich.
00:03:18: Wir waren beide irgendwie mehr oder weniger frisch gebackene Mamas.
00:03:21: Meine Kinder sind schon ein bisschen älter als ihre.
00:03:24: Aber wir waren beide irgendwie so in diesem Mama-Alltags-Berufstätigkeit Stress und haben irgendwie nach was gesucht, was uns ein bisschen das Leben einfacher macht, besser schlafen, irgendwie morgens vielleicht trotzdem halbwegs ... fit aussehen, auch wenn es jetzt nicht immer schaffst, frisch einzukaufen, Sport zu machen, viel zu schlafen, viel zu trinken, ladi da.
00:03:44: So, und waren dann so ein bisschen auf der Suche nach Nahrungsergänzungsmitteln.
00:03:48: Und so ist eben Werso Benefits wirklich entstanden.
00:03:50: Das sind Nahrungsergänzungsmittel in Gummibärchenform.
00:03:54: Hochkonzentriert.
00:03:55: Wir arbeiten in der Ernährungswissenschaftlern zusammen, auch mit einer Ernährungsmedizinerin, um wirklich gut entwickelte, ausgewogene Inhaltsstoffe zu kombinieren.
00:04:05: Aber es soll vor allem Spaß machen.
00:04:06: Es soll so ein Treat im Alltag sein, ein kleiner Snack zwischendurch, auf den ich mich freue.
00:04:12: Ich will nicht als Frau das Gefühl haben, da ist jetzt irgendwas, was mich noch mehr unter Druck setzt.
00:04:16: Ich muss jetzt noch schneller, höher, weiter und irgendwie noch perfekter sein als sowieso schon und meinen Alltag jonglieren.
00:04:23: Sondern einfach, es hilft mir, es macht das Leben einfacher und es schmeckt vor allem enorm lecker.
00:04:30: Würdest du mal sagen, dass die Idee zu Bears with Benefits das Produkt an sich war und ihr eher nach dem Produkt gesucht habt?
00:04:37: Oder habt ihr bewusst auch noch was gesucht, was ihr zusammengründen könnt, ein eigenes Unternehmen zu haben, was sich vielleicht irgendwie ein bisschen besser in eure Work-Life-Balance integriert.
00:04:47: Gute Frage.
00:04:49: Ich glaube, es war tatsächlich so ein bisschen beides.
00:04:51: Also Lena und ich, wir haben zu dem Zeitpunkt in einer Agentur gearbeitet und hatten schon beide so ein bisschen den Wunsch.
00:04:57: Ich hatte ja auch vorher auch schon selbstständig irgendwie, das hat so semi-gut funktioniert, bin dann in dieses Agenturumfeld reingegangen.
00:05:04: Aber so dieser Wunsch irgendwie, was eigenes zu machen und so dieser ... Selbstwirksamkeitswunsch und Freiheitswunsch.
00:05:12: Der hat mich eigentlich schon lange, lange vorher begleitet.
00:05:15: Und ich glaube, Lena ging das ähnlich und so haben wir uns irgendwie gefunden, wussten gleichzeitig, wir können extrem gut miteinander arbeiten.
00:05:21: Wir kannten uns halt schon aus dem Jobumfeld.
00:05:24: Wir können uns total aufeinander verlassen und ich glaube, das sind Aspekte, die enorm wichtig sind, wenn man gemeinsam gründet.
00:05:29: Das auch beide so ein unternehmerisches Verständnis haben und das wusste ich von ihr.
00:05:34: Gleichzeitig kam aber auch, wie gesagt, dieser persönliche Nied dazu.
00:05:37: Dass wir gesehen haben, dieses ganze Sublimentsregal oder OTC-Regal beim DM in Apotheke, das ist eigentlich total unterinnoviert zum damaligen Zeitpunkt.
00:05:47: Heute hat sich das geändert.
00:05:49: Aber damals war das alles noch sehr weiß, rational.
00:05:53: Entweder hat man sich alt und krank gefühlt oder es waren so Pumpergeschichten, irgendwie Proteinen oder irgendwas zum Muskelaufbau.
00:06:01: sehr männlich, rational dominiert.
00:06:04: Und es gab irgendwie so wenig, was mich als Frau angesprochen hätte.
00:06:10: Und wenig auch so in dem Bereich Beauty Food.
00:06:12: Und das war irgendwie das Beauty Wellness Food irgendwie gar nicht unbedingt das Performance Supplement.
00:06:17: Aber ja, eher so dieser Wellness Lifestyle Bereich.
00:06:20: Und da haben wir gedacht, krass, da ist ja irgendwie echt eine spannende Marktlücke, da gehen wir rein.
00:06:24: Das machen wir und entwickeln irgendwie ein Supplement, was wir gerne nehmen würden.
00:06:28: Von Frauen für Frauen.
00:06:32: Und dann kam eigentlich die Gummibärchen.
00:06:33: erst so im zweiten Step, weil viele Fragen haben uns auch gefragt, ja, die Gummibärchen habt ihr da irgendwie das Wunder of Opportunity gesehen?
00:06:40: Nee, das Wunder of Opportunity waren eigentlich eher die Supplements, die damals eben wirklich sehr unterinnoviert waren.
00:06:46: Und dann kam daraus eben wirklich diese weibliche Zielgruppe, die wir überhaupt nicht angesprochen gesehen haben, außer vielleicht mit mehr Spezialdragés, aber ansonsten gab es da nichts.
00:06:56: So, und dann kam eher so dieses, okay, lass uns das doch mal auch mit einem anderen Träger-Medium probieren, was eben wirklich diesen Spaßgedanken und dieses, dieser kleine Helfer im Alltag noch unterstützt.
00:07:06: Und das war ein Annikomi-Bärchen.
00:07:08: Wie lange von der Gründung an hats gedauert bist.
00:07:12: du oder auch ihr beide gemerkt habt, das ist wirklich
00:07:16: so, da
00:07:18: wird was gehen.
00:07:19: Das ging fairerweise ziemlich schnell.
00:07:22: Wir haben ja bei Amazon angefangen, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August, im August.
00:07:47: So und das hat sich dann echt gut angefühlt.
00:07:49: und dann steigerte sich das sehr schnell zu irgendwie zehn, zwanzig Bestellungen am Tag und gute, gute Produktbewertungen.
00:07:57: Und ja, im August haben wir gestartet, im November waren wir dann schon Kategorie Bestseller, also für Biotin und... Das war echt krass, da haben wir gemerkt, okay, da geht richtig was.
00:08:07: Und wir hatten ja keine Ahnung, wir hatten keinen großen Businessplan, wir haben uns da echt reingefuchst bei Amazon.
00:08:13: Das war damals vielleicht auch noch möglich, wobei auch damals haben uns schon viele gesagt, ja, bei Snoggs hatte, glaube ich, im Jahr zwei Tausendsechzehn angefangen.
00:08:21: Genau, und uns haben im Jahr zwei Tausendsechzehn schon viele gesagt, ja, bei Amazon geht da nichts mehr.
00:08:24: Aber fand ich nicht, wir hatten da wirklich auch ohne großes Marketingbudget noch gute ... Sehr schnell, sehr gute Ergebnisse, einfach durch die Optimierung.
00:08:34: Ja, und dann war es November, da waren wir Kategorie Bestseller und haben echt schon so fünfzig, sechzig Produkte pro Tag verkauft.
00:08:40: Ging dann sehr schnell weiter.
00:08:41: Douglas hatte dann so eine Startup Competition, war das damals ausgeschrieben, die Forward Beauty Challenge.
00:08:46: Tina Müller war ganz neu bei Douglas und hatte sich eben auch die verangeschrieben, junge Startups und vor allem auch female-led Startups zu unterstützen.
00:08:55: Und das haben wir dann gewonnen und waren dann im Januar, zwei Tausend neunzehnt, schon wirklich in allen Douglas-Filialen gelistet.
00:09:00: Und das war, da
00:09:01: ging es dann nach fünf Monaten.
00:09:03: Ja, wirklich.
00:09:03: Da ging es dann echt sehr, sehr schnell.
00:09:05: Nach Douglas kamen dann DM und Rossmann, weil die uns dann gesehen hatten.
00:09:09: Also, da hat man schon gemerkt, das war damals wirklich, das, was wir gesehen haben, diesen Nied, dieses Unterinnovierte in der Kategorie, das haben auch offensichtlich viele andere gesehen.
00:09:19: Also, weil da war irgendwie ... Einfach ein großes Bedürfnis im Markt, was dann viele Retail auch aufgegriffen haben und wir waren dann immer die Ersten,
00:09:28: die ein
00:09:29: gutes Produkt hatten.
00:09:31: Kannst du uns ein bisschen mitnehmen in die Umsatzentwicklung, die ihr so in den ersten Jahren hattet und auch Mitarbeiterentwicklung so ganz grob, so dass man sich das glaube ich mal ganz gut vorstellen kann.
00:09:40: Ja, ganz grob.
00:09:42: Wir haben uns eigentlich jedes Jahr verdoppelt.
00:09:44: Wir sind immer so irgendwas zwischen hundert, hundertfünfzig Prozent gewachsen.
00:09:49: Nach den ersten zwölf Monaten, also wir haben erst im August angefangen, aber nach den ersten zwölf Monaten hatten wir dann schon die Umsatzmillionen und dann ging das eigentlich immer so weiter, dass wir uns wirklich jedes Jahr verdoppelt oder eben sogar mehr Mitarbeiter hatten wir am Anfang.
00:10:05: Ja, wir waren eigentlich immer ein kleines Team.
00:10:06: Wir waren ja gebootstrapped, also hatten keine Investoren und haben dann schon immer darauf geachtet, dass wir wirklich sehr starke Leute in sehr starkes Team rekrutieren, die auch einfach wirklich selbstständig alleine gut loslaufen können, Bock haben, was aufzubauen.
00:10:22: Und so sind wir eigentlich sehr lange mit einem recht kleinen Team.
00:10:25: Wir hatten immer so eine Million Umsatz pro Mitarbeiter.
00:10:29: Das haben wir eigentlich relativ lange geschafft.
00:10:31: Acht, hunderttausend, so nagel mich jetzt nicht fest.
00:10:34: Aber irgendwie so in dem Bereich hat sich das eigentlich sehr lange getragen.
00:10:40: Bis zum Exit eigentlich.
00:10:41: Dann war der Exit, also wie lange nach Gründung?
00:10:45: Vierundhalb Jahre ungefähr, ne?
00:10:47: Vier Jahre.
00:10:48: Also, ja, im August zweiundzwanzig haben wir verkauft, stimmt.
00:10:51: Genau, vier Jahre und Closing war dann irgendwie Ende zweiundzwanzig.
00:10:54: Aber, ja, genau.
00:10:56: Eigentlich ja schon schnell, muss man sagen, nach Gründung.
00:11:00: Was waren damals eure Beweggründe?
00:11:02: oder vor allem auch, hattet ihr das schon sehr früh auch im Kopf oder irgendein Vorbild?
00:11:08: Weil, wenn ich immer irgendwie an uns denke oder vor allem auch mit Snogs Halting, dann kam das so.
00:11:15: Also, so dann kam irgendwann
00:11:16: irgendwann
00:11:17: der Vorschlag mal.
00:11:18: Und dann hab ich erst irgendwie so richtig angefangen, drüber nachzudenken.
00:11:23: Klar, natürlich hatte ich das Snogs Vorbild auch schon, aber es war auf jeden Fall nicht bei der Gründung in meinem Kopf, irgendwann verkaufen wir das, überhaupt nicht.
00:11:32: Ja, das ging uns genauso.
00:11:34: Also, das war nie der Plan.
00:11:35: Wie gesagt, auch als Lena und ich gestartet haben, es war mehr dieser Freiheitsgedanke, diese Selbstwirksamkeit, die uns angetrieben hat.
00:11:41: Und auch irgendwie dieses, ein Produkt wirklich mal ganz alleine zu entwickeln und alle Steps mitzubegleiten.
00:11:48: Ich hab ja vorher auch in FMCG-Unternehmen Unilever oder L'Oréal gearbeitet.
00:11:52: Und da bist du immer nur für einen kleinen Teil verantwortlich.
00:11:56: So ein kleines Schräubchen irgendwie in dem riesigen Getriebe.
00:12:00: Und das war so toll, das wirklich mal von A bis Z alles selber zu machen.
00:12:03: Und der Gedanke, wir machen halt Businesspläne und haben Umsatzziele jedes Jahr und machen dann irgendwie Fundingrunden und irgendwann kommt dann den große Exit, hatten wir nie.
00:12:12: Sondern wir sind immer sehr stark Schritt für Schritt gegangen und haben immer geguckt, okay, wie weit trägt uns das?
00:12:17: Was ist das nächste?
00:12:18: Nach Amazon kam dann Douglas.
00:12:19: Okay, krass.
00:12:21: Im Retail funktioniert es offensichtlich auch.
00:12:22: Dann kam irgendwie DM.
00:12:24: Das war natürlich ein totaler Ritterschlag.
00:12:26: Dann haben wir den ganzen Cash aus dem Retail genommen.
00:12:29: unseren Online-Shop aufgebaut.
00:12:31: Shopify, das war dann kurz vor Corona.
00:12:33: Da haben wir dann ja erst, das war Zwei-Zwanzig, mit unserem eigenen Shopify tatsächlich Detoxie gestartet.
00:12:39: Und das ging dann auch total gut, weil wir hatten natürlich Corona-Rückenwind.
00:12:43: Auf einmal war der Fokus voll auf E-Commerce.
00:12:44: Wir haben uns solche Sorgen gemacht.
00:12:46: Oh Gott, Douglas war alles dort geschlossen.
00:12:48: In DM haben die Leute damals nur noch Clubpapier gekauft.
00:12:51: Und wir hatten totale Sorge.
00:12:53: Okay, es ist jetzt schon wieder alles vorbei.
00:12:55: Aber dann ging der Shopify-Shop echt durch die Decke.
00:12:58: Ja, später haben wir dann Italien gelornt, weil wir dann so viele Anfragen hatten und so eine große Track schon auch in Italien gesehen haben.
00:13:04: Das ist ja auch ein sehr wichtiger Supplementmarkt.
00:13:07: Und so kam dann irgendwie immer eins zum anderen.
00:13:09: Also das war nie so, dass wir große Pläne gemacht haben, sondern wirklich immer.
00:13:13: step by step geguckt haben.
00:13:14: Okay, funktioniert das?
00:13:15: Ja, okay, krass.
00:13:16: Dann hat sich die nächste Chance ergeben, die wir dann genutzt haben.
00:13:20: Und so war es dann auch mit dem Exit.
00:13:21: Also auf einmal wurden wir angesprochen, weil wir dann schon eine bestimmte Umsatzgröße erreicht hatten.
00:13:26: Also wir waren damals, weiß man auch, weil rund fünfzehn Millionen Euro Umsatz und halt hoch profitabel.
00:13:31: Und das war zweiundzwanzig zu einem Zeitpunkt.
00:13:34: Wo eben nach der Energiekrise, Ukrainekrieg, Zinsen sind auf einmal gestiegen, viele Start-ups kein Geld mehr bekommen haben und unprofitabel waren.
00:13:43: Und dadurch, dass wir ja eben nie so dieses VC-Start-up waren.
00:13:47: Ich konnte
00:13:47: das gar nicht, ich konnte das gar nicht unprofitabel
00:13:49: werden.
00:13:49: Genau, konnten wir gar nicht unprofitabel werden.
00:13:51: Das war dann in dem Moment unsere Stärke.
00:13:54: Das war vorher immer so ein bisschen, wo wir dachten, okay, keiner will uns.
00:13:58: Auch belächelt wurde wahrscheinlich in der Zeit, ne?
00:13:59: Ja, genau,
00:14:00: die zwei Mamas mit ihren Gummibärchen und so.
00:14:02: Wo soll da das den X herkommen?
00:14:04: Ja, das war auf einmal echt so unsere krasse Stärke, dass wir da immer so konsequent durchoptimiert haben und am Ball geblieben sind und wirklich jeden Cent umgedreht haben, genau wussten, was funktioniert, wo steckt unsere Profitabilität.
00:14:16: So, und dann wurden wir halt angesprochen und von Karlsquare damals, die gesagt haben, ja, wir sehen da total gute Chancen und wir so echt krass.
00:14:26: So und konnten uns das erst gar nicht vorstellen.
00:14:29: Aber klar, dann unterhältst du dich irgendwie mit den ersten Interessenten.
00:14:32: Karlsruhe hat das auch extrem gut begleitet, den Prozess für uns.
00:14:35: Und auf einmal dachten wir ja, also why not?
00:14:40: Irgendwie wurde auf einmal, konnten wir uns das ganz gut vorstellen.
00:14:43: Auf was muss man sich einstellen, wenn ich mich jetzt gerade versuche, hineinzuversetzen in Brands, die an einem ähnlichen Punkt gerade stehen wie ihr damals und sich die Frage stellen.
00:14:55: Will ich das oder will ich das nicht?
00:14:56: Weil es klingt wie im ersten Moment ja wie sehr zwei gegensätzliche Welten.
00:15:03: Am Anfang habt ihr was gegründet, um auch eurer Doppelrolle irgendwie gerecht zu werden, um mehr Freiheit zu bekommen.
00:15:08: Und dann holt man sich den Investor rein.
00:15:11: Und ich glaube, für viele ist das was ganz, ganz abstraktes, wo man auch nicht weiß, auf was stellt man sich da ein.
00:15:16: Auch die Rückfragen, die wir immer bekommen, ist so ... Ich glaube, es ist immer noch sehr behaftet von ... Einfach sehr negativ behaftet einfach.
00:15:26: Was würdest du, Firmenraten, die jetzt an dem Punkt stehen, auf was müssen sie Lust haben, dass sie den Schritt gehen?
00:15:35: wird immer ratender wirklich ganz, ganz, ganz genau hinzuschauen und wirklich sich auch selber zu überlegen, aus welchen Gründen möchte ich verkaufen.
00:15:44: Ist es jetzt irgendwie nur das Geld oder bin ich an einem Punkt, wo ich merke, okay, jetzt könnte man vielleicht doch mit mehr Kapital irgendwie einfach nochmal Schritte gehen, die man vorher sich vielleicht nicht zugetraut hätte.
00:15:55: Man muss sich natürlich auch drüber im Klaren sein, dass man einfach ein Stück weit Freiheit abgibt.
00:16:03: Das ist einfach so, jeder Investor, der eine Firma kauft, möchte natürlich dann auch ein Stück weit mitbestimmen, möchte einfach schauen, was funktioniert, eigene Prozesse zum Teil auch einführen.
00:16:15: Also ich glaube, da muss man sich einfach, das ist natürlich von Fall zu Fall unterschiedlich, aber ich glaube, da muss man sich einfach darauf einstellen und auch vorher versuchen in den Gesprächen bestmöglich zu verstehen, in welche Richtung soll das gehen, auch wirklich den Investoren seine Prioritäten zu verstehen.
00:16:30: Bei uns war das ein bisschen best of both worlds, also wir haben uns ganz klar dazu entschlossen, wir möchten keinen reinen Finanzinvestor haben, also keinen reinen PE, wir tun uns aber auch ein bisschen schwer, irgendwie jetzt ein reines Corporate, also kommt halt drauf an welches, weil das Zweifel hast du dann so einen großen Tanker und verlierst halt genau das, was dir eigentlich immer wichtig war, nämlich die Schnelligkeit am Markt, die Flexibilität des kleinen Team und bist dann gezwungen Prozesse einzuführen, die du eigentlich gar nicht haben möchtest und die im Zweifel auch gar nicht passen.
00:16:58: Weil HW war das eben so ein bisschen best of both worlds.
00:17:01: Also dahinter steht einerseits ein PE, BC Partners aus London.
00:17:07: Ich meine, das sind extrem smarte Leute.
00:17:09: Also wir wussten, dann geht es schon, dass das Wachstum weiter wird, kein Tempo rausgenommen.
00:17:15: Und das war uns wichtig.
00:17:16: Auf der anderen Seite ist ein Corporate dazwischen.
00:17:20: Diese Gruppe, die HWA-Gruppe mit Distributionsprozessen, schon mal in Plays, in Italien, in Frankreich, das war für uns total spannend, da mal in die Apotheken reinzukommen.
00:17:31: Auch eine Produktion, die schon da ist, Logistik, nicht jeden immer das Rad neu erfinden zu müssen.
00:17:38: Also nach vier Jahren wirklich immer über hundert Prozent Wachstum und immer kleine Teams mit so roundabout eine Million Umsatz pro Kopf.
00:17:46: Kommst du natürlich irgendwann an Punkt, wo auch das Team denkt, ich kann nicht mehr, wir müssen irgendwie mal, wir können nicht jedes Mal immer wieder alles neu und lass uns mal gucken, dass wir so ein bisschen Prozesse einziehen und ein bisschen irgendwie auch mal durchatmen.
00:18:03: Das war so der ideale Zeitpunkt, wo wir wirklich dachten, ja, das ist jetzt der gute Partner, der bringt beides mit, der bringt den Hunger mit von dem PE, bringt aber auch so ein bisschen die Ruhe mit bestehende Prozesse, die schon da sind, wo wir vielleicht andocken können.
00:18:17: Und genauso eben auch die Schwerpunkte, Produktion, Distribution, die für uns damals spannend gewesen sind, also Retail-Distribution nochmal weiter auszubauen.
00:18:26: Ja, und dann passt das der Gründer oder der CEO von HAVEA, war selber auch ein Gründer.
00:18:32: Der Nikola, der hat seine Firma irgendwie ein paar Jahre vorher an, haben wir ja verkauft.
00:18:37: Also wir wussten, okay, da ist auch jemand, der ist extrem gündig.
00:18:39: Der hat unser Mainz, der ist total gründerfreundlich, der weiß genau, wo wir stehen, was für uns wichtig ist.
00:18:45: Ja, und das sind dann, glaube ich, so Sachen, das muss man für sich dann einfach prüfen, ne?
00:18:49: Passt das wirklich?
00:18:50: Ist es das, was ich will, sehe ich mich da weiter in diesem Setup?
00:18:56: Ja, ich glaube, das sind sehr spannende Punkte und vielleicht auch genau ... Der richtige Gedanke so, vielleicht auf wie flexibel bin ich, gerade wie fest bin ich in meinem Plan, wenn der vielleicht irgendwie eins zu eins so passieren muss, wie ich mir das für die nächsten drei, vier Jahre vorgenommen hab, dann ist es vielleicht nicht ganz das Richtige, oder man hat dann irgendwie viele Diskussionen, aber wenn ich irgendwie flexibel bin in manchen Entscheidungen, dann kann er schon sehr viel Sinn machen.
00:19:21: So, wenn ich über uns selbst nachdenke, dann hat mir das strategisch super viel gebracht, weil ich gemerkt habe, dass auch jemand da ist, der das wieder challenged.
00:19:30: Alles.
00:19:31: Ja.
00:19:32: Und die richtigen Fragen stellt.
00:19:33: Da reicht manchmal ein Monthly Call, wo zwei, drei sehr, sehr smarte Fragen gestellt werden, die man entweder selbst nicht gesehen hat, weil man einfach mitten im Wald steht.
00:19:42: Ja.
00:19:43: Oder weil man irgendwie dem Ganzen nicht so viel Wert beigemessen hat.
00:19:48: Oder irgendwie denkt, das ist so ein unangenehmes Thema bei uns, das nervt, das tragen wir schon seit Jahren mit uns rum.
00:19:53: Aber so auch mal diesen Druck wieder zu spüren, dann reinzugehen.
00:19:56: Weil jemand da ist, der sagt, nee, guckt jetzt bitte mal an.
00:19:59: Und vorher war das so ein Thema, wo man dachte, ach, es läuft auch so.
00:20:05: Und ich finde, das war es irgendwie so bei uns, dass ich gemerkt hab, es hat mich als Person und Unternehmerin extrem vorangebracht, dass da jemand plötzlich ist, der einen selbst auch mal challenged und sagt, ich glaub, es geht besser.
00:20:18: Absolut.
00:20:19: Absolut, genau.
00:20:20: Und das aber auf eine Art, dass du merkst, derjenige versteht aber schon auch dein Geschäft.
00:20:24: Genau.
00:20:24: Und ich glaube, die Schwierigkeit hätten wir gehabt bei so einem großen Corporate.
00:20:27: Es ist ja oft so, die verstehen dann eigentlich im Detail gar nicht unbedingt das eigene Businessmodell.
00:20:33: Denken nur, das passt jetzt ganz gut ins Portfolio als Brand.
00:20:37: Und das sind dann ja oft genau die Brands, die dann ein paar Jahre später wieder abgewickelt werden.
00:20:41: Und da haben wir uns halt nicht gesehen, und zwar schon wichtig, dass wir da eine starke Rolle einnehmen und dass da jemand ist, der uns einerseits challenge, genau wie du sagst, aber andererseits eben auch versteht, wie er uns challenging kann.
00:20:54: Was waren so Themen, du hast es ganz am Anfang gerade gesagt, die ihr über, ich glaube, du hast es genannt, irgendwie übernehmen musstet, waren es sowas wie Tools, dass ihr irgendwie einheitliche Tools nutzen musstet?
00:21:05: Microsoft.
00:21:07: Das war
00:21:07: irgendwie, ja, klar, das sind so die Themen.
00:21:10: Ich glaub, das bleibt nicht aus SharePoint, Outlook und so.
00:21:12: Wir waren halt immer eine Google Company komplett auf G-Docs irgendwie.
00:21:17: Das ging natürlich dann einfach nicht mehr.
00:21:19: Ja, das sind dann halt so die Prozesse.
00:21:24: HR-Prozesse, die ja aber auch wichtig sind, die wir vorher einfach auch so ein bisschen vernachlässigt haben und immer gedacht haben, oh Gott, bloß nicht zu corporal, bloß nicht irgendwie zu ...
00:21:32: Geht noch in der Größe.
00:21:33: Genau, aber irgendwann geht's halt nicht mehr.
00:21:35: Und ich glaub, die Realität muss man sich dann noch stellen.
00:21:37: Ja,
00:21:38: so.
00:21:39: Ja.
00:21:39: Es war natürlich dann nicht ganz einfach, aber auch okay.
00:21:42: Powerpoint, oh Gott.
00:21:44: Hexel.
00:21:45: Aber ja.
00:21:47: Wenn wir zwei Jahre jetzt mal nach vorne spulen ... Dann habt ihr euch Ende vierundzwanzig, jetzt muss man immer rechnen, weil wir jetzt schon im neuen Jahr sind.
00:21:55: Ende vierundzwanzig habt ihr euch aus der CEO-Rolle verabschiedet, ihr beiden, oder?
00:22:00: Nee, wir haben uns Anfang fünfundzwanzig, also im Kuh eins, fünfundzwanzig, genau, haben wir uns verabschiedet aus der CEO-Rolle.
00:22:08: Ja, auch das kam, das war jetzt gar nicht unbedingt so geplant, also ich mein klar.
00:22:13: Nach dem Exit war schon klar, dass wir step by step einfach ein starkes Team auch aufbauen.
00:22:19: Ich glaube, das ist auch wichtig, dass irgendwann so ein Start-up dein Baby, dass du es auch so ein bisschen entlässt aus der Kinderrolle.
00:22:29: Das ist irgendwie so ein bisschen, es wird dann halt irgendwann auch zu einem Grown-Up und muss auch sehen, dass es alleine läuft und dass es ohne dich auch läuft.
00:22:37: Sonst ist es auch fairerweise, finde ich, irgendwie keine funktionierende Firma.
00:22:41: Die muss irgendwann unabhängig sein und du musst auch beweisen, auch für einen zukünftigen weiteren Exit, der vielleicht irgendwann nochmal ansteht, musst du auch beweisen, dass die Firma nicht abhängig ist von den Gründern, sondern, ja, dass das Geschäftsmodell eben einfach alleine stark genug ist und läuft.
00:22:58: So, und das war irgendwie so ein Prozess.
00:23:01: Da gab es dann auch irgendwie gar keinen Tag X. Okay, so jetzt von hundert auf null, sondern eine Pillapel wurde das Team immer stärker.
00:23:10: Wir haben es auch sehr gezielt aufgebaut.
00:23:12: Es war zum Großteil auch ein Team, was uns echt so seit vier Jahren schon mit begleitet.
00:23:17: So, und dann haben wir Ende vierundzwanzig, haben wir noch eine sehr starke Ergänzung gefunden, die Annina.
00:23:25: die dann erst mal in einer Strategierrolle gestartet ist, extrem stark war und irgendwie passte das so von beiden Seiten, bis wir gesagt haben, okay, sie geht da jetzt in die Führungsrolle.
00:23:36: Sie hat sich auch sehr gut mit dem Group-CEO verstanden, mit dem Investor.
00:23:39: Also es passte wirklich auf allen Seiten.
00:23:41: und dann haben wir gedacht, ja, jetzt ist es eigentlich ein guter Zeitpunkt, dass Lena und ich dann eher in so eine Founderrolle reingehen, Senior-Advisor, bis Team wirklich alleine laufen lassen.
00:23:53: Auf was habt ihr bei Anina, heißt ihr?
00:23:56: Auf was habt ihr bei Anina geschaut?
00:23:58: Was war euch das Wichtigste?
00:23:59: Hast du da zwei, drei Punkte, wo du gesagt hast, das wussten wir von vornherein, das muss sie mitbringen?
00:24:05: Also, Teamfit war uns total wichtig, dass sie wirklich jemand ist, die gut ins Team rein ... Pass, dass sie einen Entrepreneurial Spirit wirklich mitbringt.
00:24:13: Und das tut sie absolut.
00:24:14: Sie hat vorher auch eine, sie hat Balloriall gearbeitet bei McKinsey.
00:24:18: Sie hat dann eine eigene Firma gegründet.
00:24:20: Also das war für uns total klar, als wir ihren Lebenslauf schon gesehen haben, war das echt so ein Magic Moment, dass wir da, boah, krass.
00:24:27: Sie kann eigentlich alle relevanten Welten.
00:24:29: Ja, wirklich.
00:24:30: Die kann alles.
00:24:31: Und dann ist sie eben, wie gesagt, erst mal in so einer Strategierolle bei uns gestartet, hat sich aber extrem schnell so ins Team eingefunden, was gar nicht so leicht ist, weil es ein sehr eingeschworenes Team war.
00:24:42: Ich stelle mir das total schwer vor, so extern reinzukommen und... War damals schon klar, dass ihr rausgeht, als sie reingekommen ist?
00:24:49: oder war das so?
00:24:51: Nicht total klar, aber natürlich hast du das als Gründer auch immer so ein bisschen irgendwie im Hintergrund.
00:24:54: Und zumal wir sind ja auch beide Mamas.
00:24:56: Also irgendwann stellt sich schon die Frage, okay, wie lange können wir das noch, wie krass ihr mitbegleiten?
00:25:04: Klar stellt sich irgendwann die Frage, okay, das Baby muss jetzt mal alleine laufen.
00:25:08: Wie ziehen wir uns wann zurück?
00:25:10: Und je stärker die Leute sind, die wir im Team haben, desto mehr Vertrauen haben wir dann natürlich auch, dass das alleine alles funktioniert.
00:25:18: Anina war definitiv jemand, wo wir dachten, okay, die ist echt mal eine richtig tolle Ergänzung.
00:25:24: Wenn das läuft, können wir uns echt gut vorstellen, dann ... auch einen Schritt zurückzutreten.
00:25:30: Was habt ihr irgendwas aktiv unternommen, um sie da bestmöglich zu integrieren?
00:25:37: Oh Gott, das müsstest du sie wahrscheinlich fragen.
00:25:40: Also ja, uns war das schon wichtig, weil wir natürlich wussten, wir haben hier ein sehr eingeschworenes Team, die haben uns schon zum Teil wirklich seit dem ersten Jahr mehr oder weniger oder seit dem zweiten Jahr mit begleitet, hier eine krasse Reise mit uns hingelegt.
00:25:54: Wenn da jetzt jemand von außen kommt, das wird nicht ganz einfach.
00:25:57: Wir haben aber auch gedacht, Anina ist eine erwachsene Frau, die wird das schon machen.
00:26:03: Ich kann ihr da jetzt auch nicht irgendwie das für sie alles vorbereiten und ihr da sämtliche Hindernisse aus dem Weg räumen, sondern sie muss natürlich auch zeigen, dass sie es einfach kann.
00:26:10: Und das hat sie bravrös gemeistert.
00:26:12: Also sie ist da wirklich extrem gut reingestartet in das Team und hat sich da sehr schnell auch einfach das Vertrauen aufgebaut.
00:26:20: Und ich glaube nur, so kann es funktionieren.
00:26:21: Also das muss ... die Personen selber mitbringen, die muss selber da ihre Streifen verdienen.
00:26:29: Und dann kriegt sie auch den Respekt.
00:26:31: und genau so was.
00:26:32: Hattest du so einen Moment oder auch ihr beide, Lena und du, an dem du gemerkt hast, ja, das war jetzt genau der richtige Zeitpunkt, das hat funktioniert?
00:26:40: Oder hattet ihr so eine Testphase mit ihr, so eine Übergangsphase?
00:26:43: Ja, klar, hatten wir so eine, ja, also ab April war sie dann offiziell Geschäftsführerin, also CEO.
00:26:50: Und natürlich hatten wir vorher irgendwie so eine Testphase, aber es gab jetzt nicht so den einen Punkt, wo wir gesagt haben, boah, funktioniert super, sondern es gab irgendwie so die... die Summe eigentlich, der verschiedenen Punkte und Erfolgserlebnisse gesehen haben, okay, die macht das einfach echt richtig gut.
00:27:08: Die stützt sich da total gut rein, die kann das managen.
00:27:11: Natürlich hat sie irgendwie Fragen und weiß nicht alles und kann nicht alles, aber die bringt einfach so den Spirit mit, dass sie macht und auch die richtigen Fragen stellt, sich auch einfach holt, was sie braucht.
00:27:23: So, und das war dann irgendwie echt eine gute Entscheidung.
00:27:27: Kann man irgendwas vorbereiten, wenn man quasi seinen CEO-Posten abgibt, was du im Nachhinein gemerkt hast.
00:27:36: Ich stelle mir es total schwer vor, ihr habt so ein Extremeswissen über eure Company, weil ihr ab Tag eins alles mit aufgebaut habt.
00:27:44: Am Anfang hängt alles an euch.
00:27:47: Ich stelle mir es immer sehr schwer vor, wenn man als CEO reinkommt, gerade wie Anina jetzt.
00:27:52: Vor allem erst nicht mal vier, fünf Jahre auch in der Company gearbeitet hat, sodass man dann auch irgendwann so gut wie alles weiß.
00:27:58: Weil mal gleichzeitig sehe ich irgendwie so ein bisschen so ein Ungleichgewicht an Informationen von den Leuten, die irgendwie vier, fünf Jahren dabei sind, versus einer Person, die jetzt irgendwie als CEO reinkommt und erst drei, vier Monate da ist.
00:28:08: Gibt's da irgendwas, wo du im Nachhinein gemerkt hast, so, ah, das hat extrem viel gebracht oder das hätte man besser machen können?
00:28:14: Einerseits, ja, da ist natürlich diese Informationsalsymmetrie auf der anderen Seite, war genau das, glaube ich, auch ihre Stärke, weil sie so mit so einem frischen Winter reingekommen ist und einfach die richtigen Fragen gestellt hat, einfach Sachen nochmal ganz neu gedacht hat und eben nicht so in diesem, das haben wir schon immer so gemacht und das hat schon immer funktioniert und irgendwie, ja.
00:28:32: So machen wir das jetzt, sondern wirklich alles jedes Kieselsteinchen noch mal umgedreht hat und auch keine Angst davor hatte, irgendwie die Fragen zu stellen.
00:28:39: Das war halt so auch, glaube ich, ihre McKinsey-Schule, die da extrem hilfreich war, dass sie wirklich irgendwie mit so einem unternehmerischen Mindset an die Dinge rangegangen ist, aber gleichzeitig keine Angst davor hatte, in Anführungsstätigen auch mal eine blöde Frage zu stellen.
00:28:51: Einfach, weil jede Frage bringt dich irgendwie weiter, entweder versteht sie das oder wir denken, ah ja, stimmt.
00:28:57: Warum eigentlich?
00:28:58: Und ich glaube, das war ehrlicherweise total ihre Stärke, da eben genau von außen, mit einem Blick von außen reinzukommen und nicht so, wie du gerade auch gesagt hast, selber im Wald stehen und eigentlich gar nicht mehr so genau sehen.
00:29:12: Oder den Wald schon mitgeben, in dem Fall.
00:29:14: Ja, ja, genau.
00:29:16: Alles, was sie brauchte, hat sich von uns geholt.
00:29:18: Wir waren ja auch immer da und haben diesen ganzen Prozess mit begleitet.
00:29:22: Ob man das besser hätte vorbereiten können, glaub ich, muss so sie fragen.
00:29:26: Vielleicht, Lena und ich, wir sind beide jetzt nicht die absoluten, die totalen Meister.
00:29:30: Irgendwie im Dingel strukturiert, irgendwie vorzubereiten.
00:29:35: Sondern wir machen halt unheimlich viel einfach aus dem Bauch raus.
00:29:41: Wir sind sehr intuitiv.
00:29:43: Das hat uns aber auch immer sehr ... Das ist auch gleichzeitig so ein bisschen unsere Superkraft immer gewesen.
00:29:49: In so einem Moment macht es das leichter, nee, wahrscheinlich nicht.
00:29:51: Aber wir waren immer da und wir wollten das, wir wollten sie unterstützen.
00:29:55: Und Anina ist eben wie gesagt auch jemand, die ist total stark und taf und konnte damit super umgehen.
00:30:02: Spannend.
00:30:04: Ja, wirklich.
00:30:04: Also ich stell mir unglaubliche Herausforderungen vor, deswegen fand ich das auch so spannend, da heute drüber zu sprechen, wann dann auch der richtige Moment ist oder wann man das auch merkt.
00:30:15: Wie hat sich dein Alltag verändert?
00:30:17: Ab April.
00:30:18: Also, wie stark bist du jetzt noch eingebunden?
00:30:21: Ja, also, es wird natürlich immer weniger, aber es wurde ja vorher auch schon immer weniger.
00:30:25: Also, das war uns auch wichtig, dass wir da nicht so ein Hard-Cut haben, genau.
00:30:29: Sondern, dass wir wirklich Pö-Apö gesehen haben.
00:30:33: Wir bauen hier ein sehr starkes Sea-Level-Team auf.
00:30:36: Und Anina war eine Super-Ergänzung dafür.
00:30:39: Und Stück für Stück haben wir halt gesehen, okay, das läuft immer besser auch ohne uns.
00:30:45: war auch so ein bisschen der Proof of Concept.
00:30:47: Kann sich die Firma unabhängig machen von ihren Gründern und das konnte sie super.
00:30:51: Und irgendwie wurde das dann zwangsweise einfach immer auch ein bisschen weniger oder die Schwerpunkte haben sich so ein bisschen verlagert.
00:30:58: Wir sind jetzt, wir sehen uns eigentlich eher als Markenbotschafterinnen von unserer Brand.
00:31:05: Wir machen Branding-Projekte, aber auch die eher so in der Zukunft liegen für siebenundzwanzig und Beyond.
00:31:11: Strategien.
00:31:12: So, das ist nicht mehr so das Daily Business.
00:31:14: Und das passt uns natürlich auch super, weil wir jetzt einfach viel mehr Zeit haben für Kinder, Familie.
00:31:21: Ja, und ist so eine ganz gute Entwicklung, weil ich glaube, was auch nicht funktioniert, ist, wenn du einerseits eine starke CEO einstellen möchtest, andererseits aber als Grunde auch nicht loslassen kannst und ständig dazwischenfungst.
00:31:32: Das ist dann wirklich schwierig, sondern das hat Anina sich auch sehr klar gewünscht und das auch so formuliert.
00:31:39: dass sie wirklich auch die Freiheit braucht von uns und das Vertrauen von uns, dass sie da im Daily Business wirklich durchregieren kann, ohne dass jetzt Lena und ich ständig ... Meinst du?
00:31:50: Echt?
00:31:51: Sondern uns einfach auch ein Stück weit zurücknehmen.
00:31:55: Das haben wir uns jetzt zu Herzen genommen.
00:31:57: Das klappt ja, wie gesagt, auch super.
00:31:58: So weißt es ja auch jeden Tag.
00:32:01: Gab es die Momente, wo ... Du gemerkt hast, jetzt muss ich mich wirklich bewusst zurückhalten.
00:32:06: Gar nicht, dass du jetzt die Riesenentscheidung anders machen würdest, aber so dieser eine Kommentar, die man kurz geben
00:32:14: würde?
00:32:15: Klar, also ich glaub, das haben Lena und wahrscheinlich haben wir uns da auch irgendwie immer noch zu wenig zurückgehalten und so, aber ... Es ist halt klar natürlich bleibt es nicht aus ist natürlich auch schwer irgendwie so dein eigenes baby dann loszulassen und dann wirklich irgendwie bewusst zu sagen ist auch jetzt nichts mehr.
00:32:31: aber je mehr wir gesehen haben dass die entscheidung auch richtig waren die wir vielleicht auch erst mal so aus dem bauch ausgesagt hat.
00:32:37: nur das haben wir doch früher immer irgendwie so und so und seid sicher und.
00:32:41: Also Thema Preiserhöhungen zum Beispiel.
00:32:43: Ich meine jetzt noch Jahre eine Inflation und Rohstoffknappheit.
00:32:47: Und wir haben nie die Preise erhöht.
00:32:49: Wir waren immer die einzige Firma weit und breit, die nie ihre Preise erhöht haben.
00:32:52: Auch bei Versandkosten und so.
00:32:55: Und ich glaube, das wäre Lena und mir viel schwerer gefallen, war aber letztlich total gut, das wirklich so in der Konsequenz auch durchzudrücken.
00:33:04: Das ist jetzt ein Beispiel, aber je mehr Lena und ich sehen, dass da die Entscheidungen, die ohne uns getroffen werden, wirklich gut sind und die Firma weiterbringen, desto einfacher fällt uns das dann ja auch, da uns zurückzuhalten mit den Kommentaren.
00:33:17: Ja, total spannend.
00:33:19: Weil ich glaube, so zusammenfassend aus den letzten irgendwie zehn, fünfzehn Minuten nehme ich eigentlich mit ... Das ist der große Tipp von deiner Seite, wer sich zurückzuhalten.
00:33:26: Also sowohl in Informationen am Anfang mitgeben, sondern die Person erst mal machen lassen und vielleicht auch selbst mal hinterfragen lassen, als auch danach wirklich sich auch zurückzuhalten.
00:33:40: Komme was wolle und erst mal vielleicht einfach die ersten Entscheidungen abwarten.
00:33:43: Das ist ja total der gute Tipp.
00:33:45: Weil in dem Moment, wo du dich das erste Mal, wo du merkst, ja, das war gut, dann wird man wahrscheinlich auch sehr viel entspannter, was die weiteren ...
00:33:54: Ja,
00:33:55: Themen angeht.
00:33:56: Absolut.
00:33:56: Und Lena und ich, wir sind halt wirklich totale Gründerinnen.
00:34:00: Und da sehen wir auch unsere Stärke im Aufbauen von einer Firma, von einem Start-up.
00:34:05: Und das ist auch das, unsere totale Leidenschaft.
00:34:08: Und da wirklich irgendwie zu optimieren und zu machen und aufzubauen von... Null auf eins, aber dann irgendwie von eins auf hundert, ne?
00:34:16: Irgendwie so eine große Firma, dann wirklich zu managen und dann auch mit Investoren, mit dem CEO irgendwie die verschiedenen Stakeholder zu managen, das Team zu managen, Prozesse einzuführen.
00:34:29: Das ist jetzt gar nicht unbedingt unsere Stärke.
00:34:31: Das war ja auch der Grund, warum ich mich jetzt zum Beispiel bei Unilever oder bei L'Oréal in den großen Corporates immer gedacht habe, oh Gott, nein.
00:34:38: Ich will irgendwie was Eigenes aufbauen.
00:34:41: Weil ich das immer geliebt hab.
00:34:43: Diese Freiheit, die du gerade am Anfang hast.
00:34:45: Und dieses weiße Spielbrett, wo du wirklich irgendwie alles machen kannst.
00:34:51: Aber dann später, das war jetzt bei uns beiden nicht unbedingt die ausgeprägte Stärke, große Unternehmen zu managen.
00:34:58: Deswegen ist uns das jetzt auch fairerweise gar nicht so schwer gefallen, dann zu sagen, okay, ich glaub, da gibt's jemanden, der kann das besser.
00:35:05: Und sich dann aber auch eben zurückzuhalten mit Kommentaren, klar.
00:35:09: Ja, sehr spannend.
00:35:11: Wir haben ... Nein, eine Frage der Frau, weil du es gerade gesagt hast.
00:35:15: Du hast gesagt, ihr habt eure große Stärke im Gründen.
00:35:18: Was so ein bisschen auf der Hand legt, gründet ihr jetzt was Neues?
00:35:22: Ja, sag niemals nie, aber ... aktuell, glaube ich.
00:35:26: Also wir sind der Firma ja schon noch sehr verbunden.
00:35:28: Wir sind ja auch reinvestiert.
00:35:30: Wir sind ja schon auch als Markenbotschafter oder Senior Advisor mit an Bord im Beirat.
00:35:36: Also deswegen so eilig haben wir das jetzt nicht da irgendwie direkt was Nächstes zu gründen.
00:35:41: Aber klar, irgendwann bestimmt.
00:35:44: Klingt spannend.
00:35:46: Wir haben immer zwei letzte Fragen in unserem neuen Podcast-Format.
00:35:51: Und die erste dreht sich immer um das Thema One More Hand.
00:35:54: Und was wäre der eine Tipp, den du an Fauna und Fauna gerade geben würdest, die aktuell über den eigenen Exit aus der Firma nachdenken?
00:36:08: Der eine Tipp.
00:36:10: Ich überlege gerade, was war für uns irgendwie.
00:36:13: Ich versuch das gerade nochmal so ein bisschen, Revue zu passieren oder Revue passieren zu lassen.
00:36:19: Ich glaube, wirklich zuhören.
00:36:26: Wenn du Investorengespräche führst oder verkaufst, wenn du im Excel-Prozess drin bist, wirklich zuhören, versuchen zu verstehen, wie sieht die Struktur mit dem Käufer später aus?
00:36:38: Und sich nicht nur von dem Kaufpreis blenden lassen in Anführungsstrichen auch genau zu gucken, wo geht die Reise hin?
00:36:46: Kann ich mir das vorstellen?
00:36:47: Ist das wirklich das, was ich will?
00:36:49: Ja, weil wir auch ... viele Exits gesehen haben, die eben nicht gut funktioniert haben.
00:36:55: Und dann irgendwie egal, ob jetzt Hello Body oder Food Spring oder so.
00:36:59: Das waren spektakuläre Deals.
00:37:01: Und ein paar Jahre später ist die Brand tot.
00:37:04: Ich glaube, das ist schon wichtig, dass man da genau schaut.
00:37:09: Passt es wirklich?
00:37:10: Ja, genau.
00:37:13: Und Kategorie One More Fail.
00:37:15: Gibt es was, was du im Exitprozess sagst?
00:37:17: Das ist ein Fehler.
00:37:19: ihr gemacht habt oder vielleicht auch andere, mit denen ihr drüber gesprochen habt, der sich oft erst so Monate danach irgendwie auswirkt, der sich jetzt vielleicht auch nicht direkt zeigt?
00:37:29: Also ich glaube, was man, vielleicht ist das auch noch mal ein Punkt.
00:37:34: zu deiner ersten Frage, One More Hint, weil das ist Fail und Hint, das ist ja oft irgendwie, das eine ergibt sich ja oft dem anderen.
00:37:41: viel zu mir jetzt gerade ein.
00:37:42: Ich glaube, man muss wirklich im Prozess, also wie gesagt, Karlsruhe hat das begleitet bei uns, das haben die auch extrem gut gemacht, aber man muss im Prozess als Start-up auch wirklich sehr klar sagen, was du möchtest.
00:37:52: Weil letztlich, der Prozess muss irgendwann auch ein Ende finden.
00:37:58: Karlsruhe möchte dann natürlich auch irgendwie einfach schauen, okay, wann, wer ist jetzt hier der Käufer, wer passt euch?
00:38:05: Und ich glaube, da musst du wirklich sehr klar als Start-up dann auch einfach kommunizieren.
00:38:11: Stopp!
00:38:11: Der nicht, den möchte ich nicht, auch wenn das vielleicht auf dem Papier erst mal gut aussieht, da wirklich nochmal die Bremse reinhauen zu sein.
00:38:18: Und das haben wir eben auch gemacht, weil Havéa kam sehr spät im Prozess mit dazu.
00:38:22: Wir waren eigentlich schon so weit, dass wir gedacht haben, nee, komm, wir machen irgendwie alleine weiter, weil der PE, der uns kaufen wollte, den ... Fanden wir irgendwie nicht so richtig überzeugt davon.
00:38:33: Also, so ein reiner Finanzinvestor, Karlsruhe wollte diesen Deal aber gerne zu Ende bringen.
00:38:37: Also, die haben schon versucht, uns da jetzt auch zu überzeugen.
00:38:39: Sehr spät im Prozess kamen dann H.W.
00:38:41: mit dazu.
00:38:42: Wir haben sofort irgendwie gemerkt, boah, das matched.
00:38:45: Jetzt haben wir zum ersten Mal echt das Gefühl, das ist irgendwie perfect matched.
00:38:50: In dem Moment war Karlsruhe gar nicht mehr so sehr daran interessiert.
00:38:52: Die wollten eigentlich jetzt lieber das Ende irgendwie sehen.
00:38:56: Und ... Lena und ich hatten dann echt so den Moment, wo wir sehr klar gesagt haben, nein, wir möchten gerne, und dann dauert der Prozess jetzt mal deswegen noch mal vier Wochen länger, also du hast ja Termine, DD und so weiter und so fort.
00:39:07: So, und Havier hat gesagt, wir würden gerne, wir brauchen jetzt immer noch mal vier Wochen.
00:39:11: Kyle Square war dann fast soweit zu sagen, nee, der Prozess ist eigentlich abgeschlossen, was ja auch richtig ist.
00:39:15: Also musst du ja auch irgendwann, sonst ist das endlos, geht das weiter.
00:39:19: Also Kyle Square hatte da auch total recht.
00:39:21: Trotzdem war das für uns so wichtig zu sagen, nein.
00:39:24: Ja, nicht.
00:39:25: Wir möchten einfach auf jeden Fall, dass der Wehr damit reinkommt.
00:39:29: Weil bei denen haben wir echt das Gefühl, Perfect Man, wir möchten uns mit denen unterhalten.
00:39:33: Wir brauchen jetzt noch mal diese vier Wochen.
00:39:36: So, und dann so ein bisschen widerwillig.
00:39:39: haben wir den Prozess dann halt noch verlängert, wirklich nur Fahrwehr.
00:39:42: Aber das war perfekt.
00:39:43: Und das, glaube ich, ist wirklich wichtig, dass man sich da als Gründer nicht zu schüchtern sein, sich nicht zu sehr dann irgendwie lenken lassen.
00:39:51: Okay, der Prozess hat jetzt gestartet und das sind jetzt die Deadlines und jetzt muss so und so und so, sondern wirklich sich auch trauen zu sagen, nein, im Zweifel dann halt gar nicht.
00:40:00: Ja, sich da nicht in irgendwas reinpressen lassen, nur weil man denkt, okay, das muss jetzt.
00:40:05: Einmal gestartet, nur Return.
00:40:06: Nein, so ist es nicht.
00:40:07: Also du kannst auch wirklich kurz davor noch sagen.
00:40:10: Beim Notar kannst du auch noch sagen, nee, ich will nicht.
00:40:13: Ja, das finde ich total guten Tipp, weil ich glaube, ganz, ganz viele in der Situation sind sehr überfordert, weil, egal wie gut du als Gründer davor warst, es hat ... nichts mit dem zu tun, was die letzten fünf oder zehn Jahre gemacht haben.
00:40:25: Absolut.
00:40:25: Dieser ganze Prozess ist so abstrakt im ersten Moment.
00:40:28: Und man muss total viel vertrauen auf M&A-Berater wie Karlsquare oder Anwälte.
00:40:35: Aber vielleicht trotzdem auf das eigene Gefühl zu hören, dass man sich schon so weit auskennt, dass man sagen kann, nein, das passt
00:40:43: nicht.
00:40:43: Ja, genau.
00:40:45: Absolut.
00:40:45: Und dann auch den Mut zu haben, auch wenn irgendwie zehn Berater um dich rum sagen, nein, das ist jetzt Quatsch, nein, das muss jetzt, nein, der ist gut.
00:40:53: Wirklich den Mut zu sagen, nein, das will ich, aber glaube ich nicht.
00:40:55: Das ist mein Bauchgefühl, sag mir was anderes.
00:40:57: So, ich will jetzt hier einfach mal bremsen, ich brauch Zeit.
00:41:01: So, das war, glaube ich, für uns sehr wichtig.
00:41:05: Vielen, vielen Dank, Loros.
00:41:05: Es hat sehr viel Spaß gemacht.
00:41:07: Ich hab mich sehr auf diese Folge gefreut.
00:41:08: Alleine wegen dem Inhaltlichen schon.
00:41:10: Weil das auch die ganzen Fragen waren, die mich interessiert haben.
00:41:13: Deswegen danke, dass du dir die Zeit genommen hast.
00:41:16: Und vor allem, dass du Gast der ersten Folge warst.
00:41:19: Ja, vielen Dank für das schöne Gespräch, Rommi.
00:41:21: Ich freu mich.
00:41:21: Danke schön, macht's gut.
00:41:23: Wow, bis dann.
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