Paul Schrader: Vom Anwalt zum bekannten Künstler mit 6-stelligen Jahresumsätzen

Shownotes

In dieser Folge spricht Romy Riffel mit Paul Schrader, einem der aktuell bedeutendsten zeitgenössischen Künstler Deutschlands. Paul gibt tiefe Einblicke in seine ungewöhnliche Laufbahn und erklärt, warum er seinen sicheren Job in einer britischen Großkanzlei aufgab, um seiner Leidenschaft für die Malerei zu folgen. Im Gespräch beleuchten die beiden die geschäftliche Seite der Kunstwelt: Wie baut man eine Personal Brand auf, die Kooperationen mit Luxusmarken wie Gucci oder Hublot anzieht? Zudem teilt Paul seine transparente Herangehensweise an Preise und erklärt, warum Sichtbarkeit seiner Meinung nach heute wichtiger ist als je zuvor.

Die Highlights der Folge:

  • Vom Partner-Track ins Atelier: Warum Paul Schrader trotz einer erfolgreichen Karriere als promovierter Jurist alles auf eine Karte setzte und wie sein Umfeld auf die Kündigung reagierte.
  • Die Psychologie der Preisfindung: Pauls Faustregel für den perfekten Preis – dieser ist genau dann richtig, wenn der potenzielle Käufer einen Moment lang zögert.
  • Sichtbarkeit als Erfolgsfaktor: Warum Kunst erst durch den Betrachter Bedeutung erlangt und wie Paul Social Media nutzt, um ohne klassische Strategie eine relevante Reichweite aufzubauen.

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Dieser Podcast wird produziert von Podstars by OMR

Fotocredits Episodencover: Christian Brandes

Transkript anzeigen

00:00:00: Ich habe mit Paul Schrader gesprochen.

00:00:01: Paul ist einer der bedeutenden zeitgenössischen Künstler im Moment und seine Werke kosten Sophie Wienschicker kleiner Neuwagen.

00:00:09: Außerdem hat der Kooperation mit Gucci, Runa, Uplo und wir haben darüber gesprochen, wie er das alleine geschafft hat aufzubauen in den letzten sieben Jahren.

00:00:17: Vor sieben Jahren war Paul nämlich noch praktizierender Anwalt, also ein ziemlich krasser Karrierewechsel.

00:00:22: Und darüber haben wir natürlich auch gesprochen, wann ist der richtige Zeitpunkt so ein Wechsel vorzunehmen?

00:00:26: und wie merkt man auch, dass es die richtige Entscheidung war.

00:00:30: Paul war darüber super offen und auch über zwei andere Themen haben wir gesprochen und die machen es, glaube ich, auch super spannend, auch für alle, die im E-Commerce unterwegs sind oder über Markenbildung sich Gedanken machen.

00:00:43: Wir haben nämlich darüber gesprochen.

00:00:45: Wie er es geschafft hat auf überhaupt solche preise und auch so eine bedeutung überhaupt zu kommen und es hat ganz viel bei ihm mit dem thema sichtbarkeit zu tun.

00:00:53: und was mir wirklich ja zum denken angeregt hat war seine sichtweise darauf dass er gesagt hat er kann diese preise nur erreichen indem er eben So viel sichtbarkeit auch generiert zum beispiel über seinen social media und dass wir Alle, viel mehr Zeit darauf verwenden sollten, uns zu überlegen, wie erreiche ich denn auch diese Reichweite, diese Sichtbarkeit anstelle von vielleicht mich darüber ärgern.

00:01:17: Ah, da ist jetzt jemand, der hat vielleicht nicht ganz so ein cooles Produkt oder Dienstleistung wie ich bekommt, aber viel mehr Reichweite.

00:01:24: Fand ich sehr, sehr spannende Gedanken, die er dazu geteilt hat und was ich, glaube ich, am meisten mitgenommen habe.

00:01:29: Und was am meisten hängen geblieben ist, war, dass er auch über das Thema Preisfindung gesprochen hat.

00:01:33: Paul erhöht nämlich alle paar Monate bis Jahre seine Preise in einem sehr regelmäßigen Turnus.

00:01:38: Darüber hat er auch gesprochen, auch sehr transparent und hat gesagt, der absolut richtige Preis ist der, wo man gegenüber,

00:01:46: dass

00:01:46: der eigentlich den Preis zahlen kann, ganz kurz zögert.

00:01:50: Und ja, seit wir den Postcard aufgenommen haben, denke ich da sehr viel darüber nach, wie man das auch messen kann bei uns, wo vielleicht die Touchpoints ein bisschen anders sind.

00:01:58: Ihr merkt, es geht nicht nur um Kunst in dem Podcast, sondern auch um ganz viele andere Themen, die für uns alle spannend sind.

00:02:04: Ich wünsche euch viel Spaß.

00:02:07: Hallo, liebe Paul.

00:02:08: Ich freu mich sehr, dass wir heute hier sprechen.

00:02:10: Man muss auch ganz transparent sagen, du bist der erste Gast heute hier für uns in diesem Podcast.

00:02:15: Studie uns erst mal.

00:02:16: Eine Hamburger Folge mit einem Hamburger.

00:02:19: Ja, vielen Dank, Liembromi.

00:02:20: Ich freue mich auch sehr.

00:02:21: Wir sind irgendwie jetzt in diesem neuen, schönen Studio.

00:02:24: Und der erste sein ist ja cool.

00:02:26: Ich verfolge dich schon super lange.

00:02:27: Ich habe einmal nachgeschaut, weil du hast mein, oder eins deiner Bilder natürlich, war mein Handy hinter Gründen nicht du selbst.

00:02:34: Und ich habe nachgeschaut, wann ich das eigentlich hatte.

00:02:36: Und ich hatte das total lang.

00:02:37: Und ich habe den Screenshot gemacht, am febundzwanzigsten Mai, zwanzigneunzehn.

00:02:40: Ich habe es, glaube ich, einfach so groß gezogen.

00:02:42: Cool.

00:02:43: Ja, das liebe ich das Bild.

00:02:44: für alle.

00:02:45: Ich meine, wir haben auch ein Videopodcast, deswegen auch der kleine Hinweis.

00:02:47: Jeder, der jetzt vielleicht somit hört, entweder dich einmal googeln oder auf den Videopodcast schalten.

00:02:52: Wie würdest du deine Kunst beschreiben?

00:02:54: oder vielleicht auch der Weg seitdem so ein bisschen hat sie sich verändert?

00:02:57: Aber ich finde, man erkennt immer sehr klar, dass es ein Pauschrader ist.

00:03:02: Vielen Dank dafür, weil das ist sozusagen meine größte Mühe oder ich dafür gebe ich mir relativ viel Mühe, damit man einen roten Faden hat und eine Entwicklung.

00:03:13: Das wäre langweilig, wenn alle Bilder gleich aussehen würden.

00:03:18: trotzdem diese Handschrift sieht und erkennt ein Bild, das von zwei tausend neunzehnt ist und jetzt heute ein Bild daneben hängen würde, würde man trotzdem wahrscheinlich oder ich würde das immer denken.

00:03:29: und darum schön, dass du das aussagst, dass man das erkennt, dass es von mir ist.

00:03:32: Darum unterschreibe ich die Bilder zum Beispiel vorne auch nicht.

00:03:35: Also nur wenn das ein Sammler wünscht, dann signiere ich die vorne.

00:03:38: Ansonsten finde ich, macht es immer so ein bisschen die Komposition kaputt und ich denke, Man sieht es sowieso und es ist dann immer hinten signiert.

00:03:46: Da muss man eine ganz lustige Geschichte erzählen.

00:03:48: Du hast einmal ein Bild bei uns vorbeigebracht und du unterschreibst sie ja vorne nie und deswegen habe ich da auch gar nicht drauf geachtet.

00:03:54: Als wir es dann aufgehangen haben, kam, ich weiß, dein Name gerade nicht.

00:03:58: Wer hängt für dich immer die Bilder auf?

00:04:00: Stefan.

00:04:00: Stefan kam vorbei und hat das Bild aufgehangen und meint, da fehlt aber die Unterschrift.

00:04:05: Und dann habe ich dich irgendwie nochmal angerufen, mein Sohn.

00:04:08: Paul, du unterschreibst die aber schon hinten drauf, oder?

00:04:10: Also ja, da bist du noch mal vorbeigekommen, um's noch mal so unterschreiben.

00:04:13: Ja,

00:04:14: da gibt's auch eine lustige Geschichte.

00:04:16: Oder ja, was heißt lustig?

00:04:18: Aber ganz tolle Sammlerin in Köln, die ist aber selten da, hat auch ein Bild.

00:04:24: Da hab ich auch tatsächlich vergessen zu signieren.

00:04:26: Das ist immer so das Letzte, was ich mach.

00:04:28: Und dann manchmal, wenn es kurz für eine Ausstellung ist, dann ist so viel Trugel.

00:04:34: Und ein lieber Sammler in Stuttgart kriegt auch noch eine Signatur.

00:04:39: Da dachte ich irgendwie, Stuttgart und Basel, das liegt so nah beieinander.

00:04:42: Ich bin eh auf der Art Basel, ich komme dann vorbei.

00:04:45: Bis ich gemerkt hab, da bin ich irgendwie den ganzen Tag unterwegs, wenn ich dahin und zurückfahre.

00:04:48: Das war aus dem Norden, sah die Distanz irgendwie ein bisschen kürzer aus.

00:04:53: Und ich bin leider so selten in Stuttgart.

00:04:55: Aber da muss ich auf jeden Fall jetzt noch mal hin und signieren.

00:04:58: Da

00:04:58: kriegt sie ihn auch.

00:04:59: Kannst du uns ein bisschen mitnehmen in deine Anfänge, weil das find ich super spannend.

00:05:03: kaum jemand weiß, dass du eigentlich vorher Anwalt warst und du hast nicht nur Jura studiert, sondern du hast auch als Anwalt gearbeitet, oder?

00:05:10: Ich hab auch als Anwalt gearbeitet, ich hab auch promoviert.

00:05:14: Ich hab sechs und ein halb Jahre bei Ausborn-Klark gearbeitet, eine britische Großkanzlei.

00:05:18: Und da viel Litigation gemacht, also so Prozessführung.

00:05:22: Und hab dann Ende Jahrzehnte mich entschieden zu kündigen.

00:05:30: Und das ist jetzt auch schon so eine lange Zeit her.

00:05:32: Also.

00:05:33: Ende of the year.

00:05:35: Ende of the year.

00:05:38: Ende of the year.

00:05:42: Ende of the year.

00:05:43: Ende of the year.

00:05:47: Ende of the year.

00:05:50: Ende of the

00:05:52: year.

00:05:55: Ende of the year.

00:05:56: Oder war es wieder, aber zu malen, doch wieder, also nach dem Studium.

00:06:01: Während des Studiums habe ich, glaube ich, ein Bild gemalt.

00:06:02: Davor habe ich sehr, sehr viel gemalt.

00:06:04: Aber in diesem Jurastudium hat man so wenig Zeit.

00:06:08: Und dann nach dem Studium habe ich wieder angefangen zu malen.

00:06:11: Und dann ging das immer eigentlich... Also es fing relativ schnell an.

00:06:17: Ich hatte meine erste Galeristin, erste Ausstellung, Ausstellung ausverkauft und so weiter.

00:06:23: Und das hat sich jedes Jahr so eigentlich verdoppelt, kann man sagen.

00:06:28: Und dann, in den letzten Jahren, war es an so einem Punkt, wo ich überlegen musste, okay, willst du jetzt Partner in der Kanzlei werden oder willst du diese Chance irgendwie ergreifen und ... Sie kündigst diesen festen Job und du bist irgendwie auf Partner-Track und sagst, ich verkaufe jetzt Bilder.

00:06:46: Und dafür hab ich mir eine Zeit genommen, um diese Entscheidung zu treffen und hab die dann auch nie bereut.

00:06:52: Also hab dann Anfang-Zwz.

00:06:54: gekündigt, Ende-Zwz.

00:06:55: war so die Entscheidung.

00:06:57: Almost ready.

00:06:57: und dann kam er mit Weihnachten und das neue Jahr und dann hab ich Anfang-Zwz.

00:07:02: gekündigt.

00:07:02: Und dann mit der ganzen verfügbaren Zeit, die man dann auf einmal hat, ist es explodiert-Zwz.

00:07:08: wirklich.

00:07:09: Das hätte ich vorher auch nicht gedacht.

00:07:11: Ich dachte so, ich probiere das jetzt mal ein Jahr und dann gucke ich mal, wie es wird.

00:07:15: Ja, das seitdem, also das war schon ein Crazy Change.

00:07:20: Hattest du dir da irgendwelche Ziele gesetzt, wo du wusstest, okay, dann bin ich da ready für den Schritt, weil das sind ja schon sehr zwei unterschiedliche Welten und dann auch als Anwalt erst mal zumindest aufzuhören und sich kunstvoll zu widmen, das ist ja ... schon sehr krasser Change.

00:07:36: gab's irgendwas, wo du gesagt hast, irgendwie X Werke im Jahr und wenn ich das dieses Jahr schaff, dann ist es für mich irgendwie ein ganz positives Zeichen aufzuhören.

00:07:42: oder war es wirklich ein reines Bauch?

00:07:44: Nee, es war ein Bauch.

00:07:45: Ich bin so ein Bauchgefühlsmensch, also gar kein Kopfmensch, also ich treffe eine Entscheidung immer wenn, ja und das macht so schwer, weil du auf dieses Bauchgefühl, das ist ja nicht richtig oder falsch, das ist ja nur so ein diffuses Gefühl und du sagst okay, ich gebe jetzt aber meine Naja, mein tägliches Essen quasi auf der Kühlschrank voll ist.

00:08:08: Weil du weißt ja nicht, ob du Bilder verkaust oder nicht.

00:08:10: Du weißt aber in der Kanzlei, der Fahrt ist so ganz gut.

00:08:15: Du hast deine Mandanten, du bist irgendwie auf Partner-Track.

00:08:17: Und hast halt ein monatliches, sicheres Einkommen.

00:08:22: Das war trotzdem die beste Entscheidung, ever.

00:08:24: Denkst du, du hättest noch mal drüber nachgedacht, wenn dieses erste Jahr, das war nicht so komplettenominant gewesen wäre, wo du ... wo alles plötzlich passiert ist, weil das war ja eine extreme Bestätigung wahrscheinlich.

00:08:35: Ja,

00:08:36: es war schon so aus den Jahren davor, also, Jahrzehnt, Zehnt, siebzehn, zweizehnt, achtzehn, waren schon richtig.

00:08:42: gute Jahre auch, die die Spaß gemacht haben, die coole Ausstellung hatten.

00:08:46: Und dann kam halt dazu, dass ich auf einmal diese Zeit hatte, mich da komplett zu widmen.

00:08:50: Also davor hatte ich einfach so zwei Fulltime-Jobs.

00:08:53: Anfang hat es ganz langsam angefangen mit der Kunst und ich hatte einen Fulltime-Job als Rechtsanwalt.

00:08:58: Und dann ist es immer weiter gestiegen, dass ich irgendwann so, auch überhaupt keine Zeit.

00:09:02: Also als Rechtsanwalt ist man in einer Großkanzlei ja auch nicht so wahnsinnig unterbeschäftig, dass man auch so viel Zeit am Tag danach übrig hat.

00:09:11: Das heißt, du nimmst eigentlich dir die Urlaubstage, um weiter zu arbeiten.

00:09:16: Und morgens vor der Arbeit, nach der Arbeit, in der Mittagspause vielleicht noch was zu machen.

00:09:21: Ja, das war dann an dem Punkt, okay, jetzt links oder rechts, eine Sache musst du aufhören oder runterfahren.

00:09:28: Und dann war das sehr die Bauchentscheidung, okay, die Chance hast du halt einmal im Leben.

00:09:35: Und das machst du jetzt.

00:09:36: Ich glaube, auch wenn du alles natürlich komplett richtig in dem Moment gemacht hast.

00:09:40: Es klingt aber so, als hättest du deinen anderen Shop schon als Anwalt auch sehr gemocht.

00:09:43: Ich

00:09:44: hab den sehr geliebt.

00:09:44: Du war eine ganz tolle Kanzlei mit sehr vielen jungen Leuten, ganz junge Partner auch und wir haben diesen Hamburger Standort.

00:09:52: Das ist eine britische Kanzlei, die einen Standort schon in Köln hatte und in München.

00:09:57: Wir haben den dritten Stadtort in Hamburg aufgemacht und wir waren am Anfang.

00:10:01: Ich glaub, vier Partner und drei Associates.

00:10:03: Und das sind jetzt, ich will nicht lügen, aber wahrscheinlich fünftig, sechzig rechtsanwältert in Hamburg.

00:10:09: Und wir haben den sozusagen.

00:10:11: Zwei tausend zwölf hab ich den Arbeitsvertrag unterschrieben und zwei tausend dreizehn ging es dann los.

00:10:16: Also es war irgendwie im Dezember zwölf.

00:10:18: Und dann saßen wir da in so ein Regus Büro und so ein Mietbüro und sind dann danach in die Tanzentürme gezogen.

00:10:23: Und das war schon cool.

00:10:24: Gibt's irgendwas, was so ... vermisst, weil meistens ist es ja so, dass man das Gras immer grüner auf der anderen Seite ist.

00:10:31: Gibt es irgendwas aus der Zeit, was du manchmal vermisst oder wo du irgendwie damals dachtest, ach, in der Selbstständigkeit, da wird es dann so und so.

00:10:36: und jetzt bist du in der Selbstständigkeit und merkst, da gab es schon auch ganz gute Aspekte.

00:10:42: Also es war schon cool mit den Kollegen.

00:10:48: dann eigentlich auch Freunden da zu arbeiten in so einer großen Kanzlei.

00:10:51: Und irgendwie auch große Fälle zu bearbeiten.

00:10:54: Und das hat schon Spaß gemacht.

00:10:56: Oder wir haben immer ums Sechzehn Uhr uns getroffen und eine Runde Kicker gespielt.

00:11:01: Und dieses Ganze mit einer Kanzlei, das war schon cool.

00:11:05: Aber was man sich dann halt nicht aussuchen kann, wo man an so einem Dienstag Nachmittag ist und diese Freiheit zu haben, die ich jetzt habe, das ist einfach unersetzlich.

00:11:15: das zu malen, Ausstellungen zu machen, das zu organisieren und selbstständig zu entscheiden, was man machen möchte.

00:11:23: Das ist einfach das schönste Gefühl.

00:11:25: Sind deine Bilder damals, oder zwanzig, achtzehn, neunzehn, wie auch jetzt so, man sieht ja die klare Linie, sind die ähnlich zu denen, die du vor deinem Studium gemalt hast?

00:11:35: Nee, das hat sich schon dann nochmal entwickelt.

00:11:37: Also, ich glaub, da war so... und so eine lange Zeit dazwischen.

00:11:39: Und dann findet man sich vielleicht noch mal neu, wenn man so einen langen Break hat.

00:11:43: Wir sind ja ein bisschen das Podcast und wir müssen ja auch ein bisschen über Zahlen sprechen.

00:11:46: Wir reden ja später auch noch mal ein bisschen darüber, was mittlerweile ein Bild von dir kostet, aber um vielleicht auch mal so ein bisschen zu verstehen an dem Punkt, an dem du dann auch gesagt hast, okay, ich bin jetzt erst mal kein Anwalt mehr.

00:11:57: Oder übe zumindest den Job nicht mehr aus, Anwalt bist du ja trotzdem noch.

00:12:01: Wie teuer war da ein Bild?

00:12:02: Es

00:12:02: hat im Jahr zwölf angefangen mit fünfhundert Euro.

00:12:07: Und dann ging das ganz organisch eigentlich, hat sich der Preis entwickelt, also dann vielleicht die zwei nächsten, achthundert Euro gekostet, dann tausend, dreihundert, dann tausend, fünfhundert.

00:12:21: Und ja, so ging es in so kleinen Schritten, also dass die drei, vier, fünf Mal auf demselben Level gebieben sind, die Preise, und dann so ganz leicht angestiegen sind.

00:12:30: Der Unterbau der Mannschaft, also Artikel in der Zeit, ist irgendwie so ein oder das erste Mal, glaube ich, in der Welt am Sonntag, ein großartikel, dann halt auch die Ausstellung und vor allem eben die Nachfrage.

00:12:45: Also ein Bild ist das Wert, was ein Sammler bereit ist, auszugeben.

00:12:50: Das ist irgendwie ganz, ganz einfach.

00:12:52: Man kann nicht sagen, das kostet jetzt zehn Millionen und wenn das keiner kauft, dann kostet es vielleicht zehn Millionen, aber das ist ja dann fiktiv.

00:12:59: Also sozusagen der wirkliche Marktwert, den bestimmt der Sammler und dann... ist natürlich gut, wenn es nicht nur einen gibt, sondern eine Gruppe.

00:13:07: Dann pendelt sich das irgendwie auch so ganz organisch ein.

00:13:11: Und ja, so hat sich das entwickelt.

00:13:15: Würdest du auch dann sagen, quasi immer so eine Ausstellung oder sowas, wo du auch wirklich so wahrscheinlich dann auch Nachfrage überhaupt merkst, oder?

00:13:23: Ja.

00:13:23: Ist dann eine Ausschlag geben, dass du auch sagst, okay, eigentlich muss ich jetzt mal die Preise erhöhen.

00:13:27: Man merkt es immer ganz gut.

00:13:29: Das hat mir mal ... der Geschäftsruf von Closed erzählt.

00:13:32: Also da ging's irgendwie um Hosen und wieder da die Preise findet, dass man so ein Gefühl hat.

00:13:37: Eigentlich ist es so, wenn jemand zu schnell ja sagt, dann war's zu billig.

00:13:40: Wenn jemand überlegt und dann ja sagt, dann ist es eigentlich genau der richtige Preis.

00:13:47: Und wenn, also das kann man jetzt auch nicht für allgemeinern, aber so, oder das ist jedenfalls so, oder vielleicht ist es genau so ein allgemeines Gefühl eher.

00:13:57: Und wenn jemand dann sagt.

00:14:00: Ah, das ist mir zu teuer.

00:14:02: Und ich würde es gerne können, das sind ja auch Preise, wo man dann auch tatsächlich sagen muss, kann jetzt ein Student auch kein Bild für dreißigtausend Euro kaufen.

00:14:12: Aber wenn man es könnte, das Bild auch will und es dann zu teuer ist, dann ist es halt zu teuer.

00:14:19: Und man das dann mehrmals?

00:14:20: Von zu teuer kommt man nicht mehr runter.

00:14:22: Also man kann den Preis ja nicht zurücknehmen.

00:14:24: Klar, okay.

00:14:27: Ja, interessant.

00:14:28: Und was würdest du auch sagen?

00:14:29: Ich find, das ist total schwer greifbar, dieses Überlegen.

00:14:32: Wie lange dauert es eigentlich?

00:14:34: Also, was sagst du, ist ein gutes oder so das Durchschnittsüberlegen von jemandem?

00:14:37: Ist es ein Überlegen, ich bin grad bei dir auf der Ausstellung und du merkst, ich geh grad drei Sekunden in mich oder eine Minute?

00:14:45: Oder ist es ein, ich nehm das ein paar Tage mit überlegen?

00:14:47: Das ist eine gute Frage, das weiß ich gar nicht so ganz genau.

00:14:50: Also, vielleicht weil die Leute erst überlegen und dann zu mir kommen und sagen ... Jetzt hab ich fertig, weil ich dich will.

00:14:58: Und es gibt auch verschiedene Typen, also Leute, die eine Entscheidung treffen und Leute, die so hin und her eiern.

00:15:05: Wobei ich will das gar nicht so dispertierlich sagen, weil ich bin auch jemand, der keine Entscheidung treffen kann.

00:15:11: Oder sehr schwer.

00:15:12: Ich bin wirklich langsam mit Entscheidungen.

00:15:15: Und dann gibt es Leute, und das bewundere ich immer so, die sind so ganz klar, die wissen, was sie wollen.

00:15:20: Nein, oder whatever.

00:15:22: Und auch beim Bild ist es oft so, dass du klicken musst.

00:15:24: Also kommen Leute und ziehen ein Bild und sagen, das ist es, ich habe mich verliebt, das will ich haben, zack.

00:15:32: Dann ist es natürlich wesentlich leichter.

00:15:34: Oder das gibt es aber auch, das klickt und ich muss noch meinen Haus renovieren oder whatever.

00:15:40: Aber ich habe immer das Gefühl, Das braucht vielleicht so eine Woche, zwei Wochen oder also jedenfalls auf einer Venice-Hash, die dann oft Freitags ist, wo sich erst mal alle Leute treffen, alle Leute, irgendjemand treffen, den sie kennen, dann trinken die noch, haben ein Glas Champagne in der Hand, quatschen, da kauft keiner ein Bild.

00:16:01: Dann aber kommen sie und sagen, das lässt mich nicht mehr los.

00:16:05: Und das kann eine Woche später sein, kann auch zwei Wochen später sein.

00:16:08: Das hätte ich gerne.

00:16:09: Ich würde es vielleicht auch gerne noch mal im Studio angucken.

00:16:12: wenn es irgendwie geht, dass vielleicht einmal zu Hause aufhängen, noch mal irgendwie so ein bisschen wirken lassen.

00:16:18: Und das finde ich eigentlich auch ganz schön, weil bei diesen verschiedenen Lichtverhältnissen sieht das immer anders aus und dann ist das so was ganz Privates.

00:16:24: Das ist eigentlich ein schöner Prozess.

00:16:27: Aber langsamer als jetzt Brötchen kaufen.

00:16:29: Ja klar.

00:16:31: Total.

00:16:31: Ich glaube, ich kann es total gut nachvollziehen, was du auch sagst.

00:16:34: Bei uns war es auch so, dass wir oder ich wollte, dieser Handy hintergrund, den ich so lange hatte und ich hab dich immer mit so superbunden Bildern und sehr laut, aber fröhlichen Bildern verbunden und dachte immer so, wenn dann mal so ein Bild, das wär so toll, wenn ich irgendwann mal so ein Bild hätte.

00:16:52: Und dann waren wir auf deiner Ausstellung vor, ich weiß gar nicht, anderthalb Jahren oder so?

00:16:55: Letzten Dezember war das.

00:16:57: Ja, genau.

00:16:58: Das war kurz bevor wir hergezogen sind.

00:17:00: Und dann ... hingen davon auch ganz viele.

00:17:04: Und dann ... Ich hink aber ein ganz ruhiges Bild, was so die Kottasseur irgendwie zeigen soll im Nebel an so einem ganz tristen Tag.

00:17:12: Wenn die Sonne drauf scheint, klitzert es aber total schön.

00:17:14: Und hätte ich das Bild, ich glaub doch, das ist vorher auch schon auf Instagram.

00:17:18: Man

00:17:19: kann das nicht so gut fotografieren, weil das so fein ist, dass auch von den Reflexionen erlebt, dass man, wenn man einen Winkel hat, dann passiert halt nicht viel.

00:17:30: Aber wenn man irgendwie die Perspektive wechselt, dann sieht man halt den ... Total.

00:17:36: Und ich hatte das bestimmt auch auf Instagram vorher schon gesehen.

00:17:39: Und es hat mich irgendwie gar nicht mitgenommen.

00:17:41: Und dann haben wir das da gesehen.

00:17:43: Es hat mich nicht losgelassen.

00:17:44: Ich war so, wow.

00:17:45: Das ist nicht so schön.

00:17:47: Und dann sind wir vorne dran gesessen.

00:17:49: Und ich habe gesagt, das finde ich total komisch.

00:17:51: Weil eigentlich sind es doch die.

00:17:53: Und dann saßen wir da irgendwie so zehn Minuten.

00:17:55: Und dann hast du ein Bild von uns von hinten gemacht.

00:17:57: Hast du es gerne nicht gesagt?

00:17:58: Dann hast du es gezeigt.

00:17:58: Und dann hast du meintest so, dann ist es eigentlich das.

00:18:01: Weil ich dann auch zu dir bin, ich dachte, ich komm hier rein und bin total fasziniert, deine ganzen bunten Bilder zu sehen.

00:18:08: Und dann war's das.

00:18:09: Und das ist auch bis heute, genau so.

00:18:11: Aber das ist halt so ein schöner Moment, wenn man auf so ein Bild dann schaut und das betrachtet und dann bleibt irgendwie so ein bisschen die Zeit stehen und man ist so verloren in diesem Moment.

00:18:21: Und das ist eigentlich das, was man kreieren will.

00:18:25: Also das versuche ich erst mal mit mir selbst.

00:18:27: Das muss mich so catchen, wenn's ... entsteht und wenn es dann fertig ist und so bleiben soll und wenn sich das dann überträgt, dieses Gefühl auf einen Betrachter, dann ist es irgendwie so das größte Kompliment.

00:18:40: Lässt es nach?

00:18:41: Nee, das ist das Schöne nicht.

00:18:43: Also es wird einem auch nicht langweilig.

00:18:45: Also wenn du wirklich das schaffst, dass es am Anfang in so einen, ich sage immer so einen Wow in dir auslöst, aber so eine, also ist eine Berührung irgendwie.

00:18:57: Dann lässt das auch nicht nach,

00:18:59: also.

00:18:59: Und bei dir im Prozess auch nicht.

00:19:01: Also so, weil das, hätte ich jetzt gedacht, dass du mal so viel, ob du noch unterscheiden kannst, kannst du unterscheiden zwischen, weißt du, catch dich auch das, was eigentlich die meisten auf einer Ausstellung catchst?

00:19:13: Ja, also ich hab immer so verschiedene ... Phasen.

00:19:18: Ich vergleicht das immer, weil man das vielleicht so ganz schön fassen kann mit Musik.

00:19:23: Also manchmal höchst du klassische Musik, dann ist es ein bisschen ruhiger und zurückgenommener und manchmal höchst du irgendwie es lauter und dann sind vielleicht die Farben auch ein bisschen intensiver oder die Komposition oder was auch immer.

00:19:37: Das gibt es, aber es ist trotzdem immer von mir und immer dieselbe Handschrift.

00:19:42: und wenn mich das Bild nicht catcht und ich sag Wow, und will morgens aufstehen und als erstes angucken, also dieses bisschen so ein Kind und eine Weihnachtsbaum für schnell nochmal das Geschenk angucken am nächsten Morgen.

00:19:55: Wenn das Gefühl nicht da ist, dann geht es auch nicht raus.

00:19:58: Wie schön.

00:19:59: Das hätte ich gar nicht gedacht, dass man das noch so sich aufrechterhalten kann.

00:20:03: Nee, das ist eigentlich diese Magie.

00:20:04: Also das, was das Schöne für mich an Kunst ist, dieser Moment, wo du da stehst und denkst.

00:20:12: Und dann ist auch dieses ganze schnelle Digitale auf dem Handy auf einmal weg, sondern dann ist einfach du analog mit einer Zeit, die irgendwie so ein bisschen eingefroren ist und betrachtet das Bild.

00:20:24: Hast du ein Lieblingsbild von dir?

00:20:25: Ja,

00:20:26: also du hast, glaube ich, auch das Buch und das auf dem Cover, das mag ich sehr, sehr gerne.

00:20:33: Bleiben wir ein.

00:20:33: Das liebe ich.

00:20:34: Ist auch eine schöne Geschichte.

00:20:35: Carsten, mittlerweile ein guter Freund.

00:20:37: damals, als er kam, kannten wir uns und mochten uns auch gerne, aber nur so bekannter und der hätte das kaufen können vor einer Ausstellung in München und dann gab es auf der Ausstellung in München, hat er da nicht gemacht, auf der Ausstellung in München gab es glaube ich sechs Interessenten.

00:20:56: und dann kommt ein Mädchen, die war also junge Frau Mitte zwanzig, Ende zwanzig, zu mir und zeigt, ob das Bild noch da ist.

00:21:05: Und dann sag ich, ja, es gibt sechs Interessenten.

00:21:07: Und dann sag ich, was heißt das denn?

00:21:09: Ja, sechs Leute interessieren sich dafür.

00:21:11: Und sie sagt, okay, dann ist es aber noch nicht verkauft.

00:21:13: Also ich könnte es jetzt kaufen.

00:21:15: Und dann sagt sie, ja, okay, dann mache ich das jetzt.

00:21:18: Und dann hat sie das Bild gekauft.

00:21:19: Und das ist, ja, war irgendwie so eine schöne Geschichte.

00:21:24: Und die war da total glücklich.

00:21:26: Ja, wie schön.

00:21:28: Ja, okay, spannend.

00:21:29: Und wo ... Hast du so ein Punkt, du hast grad Musik genannt, gibt's so Punkte, wo du sagst, da sammelst du irgendwie deine Inspiration dafür, weil auch wenn man gerade so deine Werke durchgeht, sind schon sehr unterschiedlich.

00:21:40: So, ich glaub, dieses Jahr oder letztes Jahr gab's auch mal so eine ganz dunkle Serie.

00:21:45: Wenn man unseren alten Podcast mal reinguckt, da hängt jetzt auch in Johannes Folgen immer ein sehr... Schwarz.

00:21:51: Schwarz.

00:21:52: Es ist ein sehr schwarzes Bild.

00:21:54: Was man vielleicht jetzt im ersten Moment auch nicht mit dir verbinden würde, aber genau das ist es, dass man es doch, glaube ich, anguckt und denkt, das könnte doch von dir sein.

00:22:00: Ja,

00:22:00: wie sieht man es dann doch.

00:22:01: Wie man sieht man es doch.

00:22:02: Aber ist es irgendwie eine Wieder-Spiegelung, wie es dir selbst geht in den Moment?

00:22:08: Nee.

00:22:10: Ist es Musik, ist es, wo du irgendwie gerade auch warst?

00:22:12: Es ist, glaube ich, so sind visuelle Eindrücke.

00:22:15: Also ich versuche immer... Also im Alltag und auf Reisen einfach die Augen offen zu halten.

00:22:21: Und wenn ich irgendwas sehe, was interessant ist, dann speichere ich mir das so ab und dann dreht das irgendwie noch drei Schleifen im Unterbuß sein und dann irgendwann kommst du so an die Oberfläche und dann sitze ich da und denk, also ich steh immer morgens auf, mach das alles sehr intuitiv und denk, worauf hast du jetzt Lust?

00:22:40: Und dann ... Gab's ein Bild, das war letztes Jahr auf der Ausstellung, das ist das große, zwei Meter mal, eins, fünfzig Bild, das erste schwarze.

00:22:49: Da war eigentlich der Hintergrund, das war auf dem, auf diesem rohen Line.

00:22:55: Und das rohen Line ist sehr schwer zu malen.

00:22:57: Also du darfst da nichts falsch machen, weil du kannst nichts übermalen.

00:23:00: Also du hast halt diesen rohen Hintergrund, wenn da einmal Farbe drauf ist, dann kriegt man den auch nicht weg, aber beim, beim weißen Line, dann kannst du immer wieder drüber malen und das quasi korrigieren.

00:23:10: Da ging das nicht.

00:23:11: Alles nichts geworden.

00:23:14: Das war erst ein Bild, ein farbiges Bild.

00:23:17: Und dann hab ich gedacht, du weißt, du wolltest immer schon mal ein schwarzes Bild malen.

00:23:21: Und das ist eigentlich ganz schön, weil dieses schwarz-weiß, also wenn du auf einer weißen Leinwand malst, ist der Kontrast so sehr hoch.

00:23:28: Und auf diesem grauen Lein, das sieht eigentlich so ein bisschen aus wie die Steine in Paris, also die Fassaden dort, ist so ein ganz feiner Stoff.

00:23:37: Da hat das Schwarz so perfekt rübergepasst.

00:23:39: Und dann gucken an der Seite noch so ein bisschen die alten Farben raus.

00:23:44: Und vor allem, wenn wir uns umgerät sind.

00:23:45: Also der Stoff ist so fein, dass die Farbe so durchdrückt und dann ist es von hinten bunt mit dem Schwarz drüber.

00:23:52: Das fand ich ganz cool.

00:23:54: Und dann ist daraus im Prinzip das von Johannes entstanden oder von euch da im Podcast, was da hängt.

00:24:00: Und das war die Idee dann weitergedacht.

00:24:03: Okay, dann nimmst du die Farbe runter und versuchst auch noch mal die Form so.

00:24:07: Super simpel zu machen.

00:24:08: Das sind einfach zwei Quadrate, die sich so berühren und nebeneinander liegen.

00:24:13: Und so kam das.

00:24:15: Spannend.

00:24:16: Und gibt's Serien, kann man das so sagen?

00:24:20: Ja.

00:24:20: Das sind dann meistens... Und gibt's da einen riesen Unterschied, dass du merkst, dass du immer wieder auf eine Serie eigentlich zum Schluss angesprochen wirst?

00:24:28: Oder dass da irgendwie besonders viel Nachfrage da ist?

00:24:31: Ja, das mit der Nachfrage weiß ich gar nicht so ganz genau, weil ich... Versuch schon das, oder was heißt Versuch?

00:24:36: Ich mach schon das, worauf ich Lust hab.

00:24:39: Und dann kriegt der Sammler die Chance, jetzt ist eine Ausstellung, da sind acht Bilder, die kann man kaufen und dann war's das halt.

00:24:46: Ich liebe es aber so in Serien zu arbeiten, dass man sagt, da kann man nochmal anknüpfen und das dann aber weiterentwickeln.

00:24:53: Das macht schon Spaß.

00:24:54: Man hat quasi so eine Linie schon in der Sammlung.

00:25:00: oder in der Arbeit und kann die dann fortführen und nochmal irgendwo abbiegen und kommt dann vielleicht zu was ganz anderem.

00:25:08: Wie lange sitzt so ein Bild?

00:25:10: Das ist wahrscheinlich super schwer eine pauschale Antwort dafür.

00:25:14: Ich sag immer sechs Wochen, was gelogen ist, aber was so ein Durchschnitt vielleicht sein kann.

00:25:19: Also es gibt ein Bild, das ist Baumwolle und dann, also Leinwand ist Baumwolle und dann ist die Farbeöl.

00:25:29: Und das steht jetzt bestimmt ein gutes halbes Jahr oder noch ein bisschen länger als ein halbes Jahr da.

00:25:35: Und ich weiß nicht, wie ich weitermachen will und es steht da und ich weiß irgendeines Tages kommt mir die Idee und dann geht es weiter.

00:25:44: Das heißt, ich arbeite jetzt nicht ein halbes Jahr dran, aber von der Leinwand bis es fertig ist und eingerammt ist, der Prozess, der kann schon oft lange dauern.

00:25:55: Gibt es Monate, in denen du gar nicht mal ist?

00:25:57: Eigentlich nicht.

00:25:57: Manchmal nehme ich mir das vor.

00:25:59: Ich war zum Beispiel, ähm, in London.

00:26:03: Und da wollte ich eigentlich nicht malen.

00:26:05: Und war da drei Monate und hab dann aber nach zwei Wochen, wenn ich einen kurz lang gegangen hab, die Leinwände gekauft und war.

00:26:11: Und das ist meistens so.

00:26:14: Also, dass man sagt, okay, ich will mal einen Monat frei machen.

00:26:17: Und dann hat man aber trotzdem einfach diesen Drive, den man nicht ... Das ist so ein inneren Antrieb, den man nicht abstellen kann und der dann weiter läuft und dann kann man den so kurz mal so beiseite packen und dann kommt er doch wieder hoch.

00:26:30: Hast du Angst davor, dass der Drive irgendwann mal nicht da ist, nicht mehr kommt?

00:26:37: Nee, ich hab mal mit einem Musiker drüber gesprochen und das ist halt eine Quelle.

00:26:42: Also die haben ja auch... Jetzt hab ich ein Song gemacht und stell ich's mir vor und jetzt kommt irgendwie der Nächst und die haben ja auch Lust Musik zu machen.

00:26:51: Und bei mir ist es genauso, dass ich denk.

00:26:54: Weil du selbst gegrüßt

00:26:55: bist.

00:26:55: Das ist einfach so eine sprudelnde Quelle.

00:27:00: Und bis jetzt hat es immer weiter gesprudelt.

00:27:02: Kann mir quasi eigentlich nicht vorstellen, dass es aufhört.

00:27:05: Aber kann passieren.

00:27:07: Wer weiß.

00:27:08: Ich hätte gedacht, da gibt's schon mal ein Monat, wo du nicht malest, aber wahrscheinlich ist es genau das, dass du sagst, okay, ich bin eigentlich zwei Wochen irgendwo und dann nicht merk schon.

00:27:15: Eigentlich

00:27:17: doch das bedürfen.

00:27:18: ist das jetzt?

00:27:19: ich hab eine idee vor allem.

00:27:20: also ich hab die idee und will das umsetzen.

00:27:22: Kann ich ich will jetzt unbedingt malen sondern.

00:27:25: Die Idee ist cool und das würde ich gerne machen.

00:27:30: Gibt es einen Ort wo du sagst da.

00:27:32: Das ist am meisten eine Inspiration für dich.

00:27:35: Ich glaube, du hast schon mal ein paar Wochen auf den Malediven gemalt.

00:27:38: Auf den Malediven habe ich gemalt in New York.

00:27:41: Ich habe auf einer Blumenfarmen in den Mainlänster in Südafrika gemalt.

00:27:48: Und es geht eigentlich überall, ehrlicherweise.

00:27:51: Es ging sogar in London in einem super kleinen Zimmer.

00:27:57: Wie

00:27:57: umständlich ist das?

00:27:58: Ich stelle mir das so umständlich vor.

00:28:00: Ich meine, wenn ich von woanders aus arbeite, ich nehme meinen Laptop mit.

00:28:03: Und du sagst grad selbst, du gehst dann in den Laden und dann, klar, dann musst du irgendwie Leinwände kaufen und so.

00:28:08: Aber deine Pinzelfarben, deine Bilder sind superbund, das ist ja meistens auch nicht irgendwie eine Farbe.

00:28:13: Das ist eigentlich immer ganz schön, wenn du irgendwo bist und nichts dabei hast, also auf dem Malediven war das so... Da gibt's auch kein Laden.

00:28:22: Aber zum Beispiel in New York und dann fliegst du nach New York und denkst, da kannst du alles kaufen.

00:28:27: Und dann gab's aber die Farben, die ich benutze nicht.

00:28:30: Dann haben ganz viele Freunde gesagt, ja ist doch cool, dann was soll man mit anderen.

00:28:35: Und aber da versuche ich, ich hab, ich bildes mir zumindest ein, dass ich die besten Farben... schon nehmen und die will ich dann weiter behalten.

00:28:46: Dann habe ich bei dem Hersteller angerufen und gesagt, ich finde euch nicht in New York, könnt ihr mir ein Paket schicken?

00:28:51: Und dann haben die ein Paket geschickt und die waren echt cool und haben das nach New York geschickt.

00:28:56: Und dann hat die aber auch allen Freunden noch gesagt, die mal so nach New York gekommen sind.

00:29:00: Die und die Sachen müsst ihr einkaufen, bringt dich bitte mit.

00:29:03: Und das erste Mal, im Jahr zwanzig, hatte ich einfach einen Riesenloft in Soho gemietet.

00:29:08: Und das war cool.

00:29:10: Da konnte ich richtig gut malen.

00:29:11: Im Jahr zwanzig war ich in New York nochmal und hatte eine Wohnung in Tribeca.

00:29:17: Und da gab es so einen Kinderzimmer, wo man dann malen konnte.

00:29:20: Also man konnte auf dem Lach malen, aber wenn es regnet oder superwindig ist, dann geht das natürlich nicht.

00:29:24: Da musste man das Bett... hab ich an die Wand geklappt, also das war eine Matratze, die hab ich hochgeklappt und ich hatte immer Angst, dass das jetzt runterkommt, weil das war so klein, man ist ja immer auf Zehenspitzen irgendwie um diesen ganzen Kram gelaufen und es hat aber super gut geklappt, also es war schön.

00:29:42: Du bist super aktiv auf Instagram und von außen kommst du rüber, als wär das super.

00:29:50: locker und dann filmst du das mit, was du eben gerade filmst und es sieht dann auch noch gut aus.

00:29:54: Ist es so oder ist es viel durchdachter?

00:29:57: Weil ich glaube auch ganz auf die Frage irgendwie aufkommt, weil sich so viele auch von Instagram kennt.

00:30:01: Ich weiß gar nicht, wie viele Follower dort hast.

00:30:03: Ja, nicht so viele,

00:30:05: aber ich glaube für einen Künstler in Deutschland ist es schon super viel.

00:30:07: Und in der Nische

00:30:07: kennt dich jeder.

00:30:08: Ja, und in der Nische kennt

00:30:08: dich jeder.

00:30:09: Ja, und in der Nische kennt dich jeder.

00:30:09: Ja,

00:30:10: und in der Nische kennt dich jeder.

00:30:10: Ja, und in der Nische kennt dich jeder.

00:30:11: Ja, und in der Nische kennt dich jeder.

00:30:12: Ja, und in der Nische kennt dich jeder.

00:30:13: Ja, und in der Nische kennt dich jeder.

00:30:14: Ja, und in der Nische kennt dich jeder.

00:30:14: Ja, und in der Nische kennt dich jeder.

00:30:15: Ja, und in der Nische kennt dich jeder.

00:30:16: Ja, und in der Nische kennt dich jeder.

00:30:17: Ja Tausend relevante Leute.

00:30:18: Oder relativ viele relevante Leute.

00:30:20: Insofern sagt die Zahl vielleicht gar nicht so viel aus.

00:30:23: Witzig, dass du das sagst und schön, dass das ankommt.

00:30:26: Bei mir ist das immer so ein großes Kuttelmodel.

00:30:28: Ich mach das auch da nach Bauchgefühl.

00:30:32: Welches Foto gefällt mir jetzt?

00:30:34: Und weniger nach ... Es gibt da keine Strategie.

00:30:38: Es gibt auch niemand, der sagt irgendwie, Paul, mach mal ... wär ganz cool, oder kannst du da irgendwie, auch nie mal der D-Reminder-Schick kannst du halt ein bisschen mitfilmen?

00:30:47: Nee, eher so, du musst mal ein bisschen mehr machen, sagt Issa immer.

00:30:51: Issa auch.

00:30:52: Ja.

00:30:53: Die Management macht und die sagt, du musst mal ein bisschen mehr machen, musst mal ein bisschen mehr zeigen.

00:30:58: Aber du hast das Problem oder es ist so ein intimer Moment, wenn man selber im Studio ist und alleine malt.

00:31:08: Da ist es schwer zu filmen und das sieht auch nicht gut aus und man muss auch Fehler machen können.

00:31:12: Und den möchte man irgendwie so privat halten, um sich auch völlig zu entfalten zu können.

00:31:18: Also man muss ja die Fehler machen können.

00:31:21: Und was man dann am Ende sieht, also ein Bild was fertig ist, da sind bestimmt.

00:31:27: ist so zehn Prozent des Prozesses und neunzig Prozent ist einfach schief gegangen.

00:31:32: Gut, dann kannst du doch noch alle sechs Wochen was zeigen.

00:31:35: Und das will man vielleicht auch gar nicht zeigen oder das ist so.

00:31:39: ja diese dieser private Moment, wo man der irgendwie so Magic ist, den man so für sich sich haben möchte.

00:31:47: Das heißt, meine Schwester sagt, du bist ja ein Alkoholiker, alles, was du zeigst, so Drinks am Wochenende oder so.

00:31:55: Und dann sag ich, nein, das sieht nur so aus für dich, weil das ist das, was man am einfachsten zeigen kann, wenn es um das Privatleben geht.

00:32:01: Aber genau, also durchdacht es nicht, sondern auch da Bauchgefühl und wie halt gerade anders ist.

00:32:05: Also eigentlich relativ ungefiltert.

00:32:09: Es wäre vielleicht nicht schlecht, wenn man da mal eine Strategie hintermacht.

00:32:12: Es wirkt als wäre da irgendwie eine sehr ... als wäre die Strategie so gut.

00:32:17: Dass sie so das aussieht wie nebenher, aber gleichzeitig finde ich passiert eben so viel auf deinem Kanal.

00:32:22: Vielleicht ist er da immer noch nicht genug.

00:32:25: Aber ich finde, da passiert unglaublich viel und du hast glaube ich, du lädt schon jeden Tag Story suche, oder?

00:32:30: Ja, das mache ich.

00:32:33: Es gibt glaube ich wenig Tage, wo ich es nicht mache.

00:32:36: Ich weiß nicht, vielleicht ist es so eine Henne Eifrage, aber.

00:32:39: Deine Brand, du hast mittlerweile so eine große Brand, die auch definitiv irgendwie darüber kommt, dass man dich über Instagram kennt.

00:32:46: Wenn ich jetzt irgendwie in meinem Freundeskreis hier fragen würde oder ich war vorhin kurz bei uns im Office, dann war so ja mit wem hast du die Folge.

00:32:52: Alle kannten dich.

00:32:53: Wie viel von deiner Kunst und deiner Brand ist der Auftritt?

00:32:57: Weißt du, wie ich das meine?

00:32:59: Oder kannst du es gar nicht mehr auch getrennt betrachten?

00:33:02: Also so wie groß misst du dem Teil auch eigentlich Bedeutung bei?

00:33:08: Ja, das ist ganz witzig, weil das von außen natürlich ganz anders aussieht als von innen.

00:33:12: Also von innen oder die subjektive Wahrnehmung ist irgendwie, man arbeitet die meiste Zeit alleine im Studio und ist am malen und kreieren und denken und das ist sehr langsam, also da braucht man, um einen Tag zu malen.

00:33:30: Man muss sich vor allem Zeit freischaufeln und nach außen sieht das so aus.

00:33:34: als ob man immer auf Social Media ist.

00:33:35: Aber das ist natürlich so eine Schere von der Wahrnehmung.

00:33:40: Und ich glaube, dass andere, was du gefragt hast, die Person und wie man wirkt.

00:33:48: Und das Bild, ja, ich glaube, das ist schon... ...fünfzig, fünfzig wahrscheinlich, wie das miteinander interagiert.

00:33:57: Aber was ich finde auch ganz interessant ist, dass es kein Bild gibt in der Kunstgeschichte.

00:34:03: Wo man nicht den Künstler oder mir fällt jedenfalls.

00:34:06: Da müsste man wahrscheinlich relativ lange überlegen, wo man nicht den Künstler dazu kennt.

00:34:10: Also im Picasso ist einmal.

00:34:13: der Typ und dann das Bild oder Andy Warhol.

00:34:17: Eigentlich fast noch besser, also das ist ja quasi eins.

00:34:20: Aber auch wenn man ganz weit zurückgeht, Leonardo da Vinci und die Mona Lisa ist ja auch...

00:34:26: Man weiß immer von wem es ist.

00:34:27: Genau, es bedingt sich immer so ein bisschen.

00:34:29: oder Frieda Kahlo und ihre Werke oder Jeff Koons und es ist immer so eine Rückkopplung irgendwie.

00:34:37: Also es... Geht schwer, dass nur das Werk im Vordergrund steht, ohne dass man den Künstler kennt?

00:34:44: War dir das schon immer klar?

00:34:46: Nee.

00:34:46: Weil das frag ich mich gerade, weil auch an dem Punkt, wo du jetzt stehst, hättest du keinen Instagram gemacht und wärst vielleicht einfach bei deiner Galeristin geblieben und hättest einfach für dich gemalt und null Öffentlichkeitswirksam, keine Stories, nicht irgendwie dich darum bemüht, irgendwo auch Artikel zu bekommen, damit man dich auch öffnet.

00:35:04: Das möchte man eigentlich schon, auch wenn man noch eine Galerie macht.

00:35:06: Aber weißt du, was ich meine, so dieses sehr öffentlichkeitswirksame, wenn man das komplett abgezogen hätte, denkst du, du wärst jetzt am gleichen Punkt mit deiner Kunst?

00:35:14: Wahrscheinlich nicht.

00:35:15: Und ich denke auch immer, wenn man das schönste Bild gemalt hat, also die Mona Lisa, die nur auf dem Dachboden irgendwo in Italien steht, dann wird's die zwar geben, aber irgendwie wird's sie auch nicht geben.

00:35:27: Also es braucht das vielleicht schon, dass man ... ein Bild in die Öffentlichkeit trägt.

00:35:32: Und Jeff Kunst hat das so schön gesagt, es braucht den Betrachter.

00:35:37: Also es kann das Bild geben, aber wenn die Leute nicht auf eine Ausstellung kommen oder ins Museum und es angucken, dann fehlt eigentlich diese Hälfte der Kunst.

00:35:45: Also es wird nur bedeutend, wenn es auch gesehen wird.

00:35:50: Also wenn die Mona Lisa einfach für Jahre auf dem Dachboden liegt, dann gibt es die zwar aber irgendwie nicht in der Form.

00:35:57: Ich denke mir, das ist so oft.

00:35:58: Es gibt wahrscheinlich so viele Mona Lisa, die auf irgendeinem Dachboden liegen und das Gleiche erzeugen würden, aber es sieht sie keiner.

00:36:05: Ja,

00:36:06: und das war eigentlich eine ganz interessante Geschichte bei Fangoch.

00:36:10: Er ist sein Jahr gestorben und hatte seinen Bruder und der Bruder hatte eine Frau und ich glaube, die haben in Paris gelebt und die hatte die Wohnung voll von den Bildern und er war eben noch nicht bekannt.

00:36:25: Bruder ist dann auch gestorben und die Frau hat es dann sozusagen vermarktet, ist ein blödes Wort, aber hat diese Bekanntheit dann von Van Gogh erst Postum erschaffen und war dann sozusagen so ein ganz großer Teil und ein bedeutender Teil davon, dass wir heute wissen, wer Van Gogh ist.

00:36:47: Gab es bei dir Momente, wo du gemerkt hast?

00:36:50: die für dich so auch Schlag geben waren, auch irgendwie da weiterzumachen, auch mit Instagram, deinen Alltag zu zeigen, wie die Werke auch entstehen.

00:36:57: Also vielleicht auch irgendwie zwanzig neunzehn Uhr, weil du gesagt hast, auch so, da kam irgendwie Schlag auf Schlag-Themen, wo du gemerkt hast, das war jetzt, weil ich das Ganze auch irgendwo gezeigt habe und nicht nur den ganz, ganz klassischen Zeitungsartikel hatte.

00:37:10: Mir hat das immer Spaß gemacht.

00:37:11: Und ich glaub, das ist so der Punkt, wenn's einem keinen Spaß macht und man sich da so durchquält, dann ist irgendwie doof.

00:37:18: Aber wenn's einem Spaß macht, dann macht man das.

00:37:21: Also für mich fühlt sich das auch nicht nach Arbeit so richtig an, sondern ich hab halt dieses Bauchgefühl, es macht mir sowieso Spaß.

00:37:26: und dann, dann mach ich das irgendwie.

00:37:29: Und dann kam natürlich ... so, zwanzig, neunzehn Anfang, zwanzig, zwanzig Corona und alles blieb so stehen draußen.

00:37:38: und dann wurde Instagram nochmal zu einem anderen Fenster, weil die Leute saßen irgendwie auf dem Sofa und hatten das Handy in der Hand und das war eine interessante Zeit und dann hatten die Galerien natürlich auch zu und man hatte so über das Digitale so eine eine Kommunikationsplattform einfach.

00:37:59: Wurden damals auch mehr Bilder gekauft, weißt du das?

00:38:02: Also, ich meine, es wurde ja sehr viel irgendwie für daheim gekauft, nur das ist jetzt nicht das Klassische, das ist jetzt nicht das neue Bett oder die neue Couch, weil ich es jetzt gerade auch wirklich brauche.

00:38:12: Wahrscheinlich schon.

00:38:13: Also, manche haben so ihren Garten gemacht und ich glaub noch, die Baumärkte durften länger aufhaben und so, weil man da einen Blumentopf verkaufen konnte und sonst wie was.

00:38:22: Aber Leute haben auch das zu Hause anders wahrgenommen.

00:38:25: Also, wenn man ... morgens um sieben aufsteht und um acht ins Büro geht und dann normalerweise am späten Nachmittag und frühen Abend wieder kommt.

00:38:36: Und dann sechs Wochen im Jahr reist und auf einmal ist man

00:38:41: home.

00:38:42: Da sieht man vielleicht nochmal ...

00:38:44: Die Kallewand.

00:38:45: Ja, die Kallewand.

00:38:47: Also das gab's schon, aber ich glaub, waren sie nicht gesteigert, hat sich's auch nicht.

00:38:53: Aber, ja.

00:38:55: Das war schon interessant.

00:38:57: Und was mir an Instagram noch so viel Spaß macht, ist, dass es natürlich so eine digitale Welt ist.

00:39:02: Aber wenn man eine Ausstellung macht, dann kommen die Leute, die man irgendwie als Follower oder dem man vielleicht auch selber folgt, auf einmal ins echte Leben und alle treffen sich.

00:39:12: Und das ist cool.

00:39:13: Also dann ist es doch nicht so so ein vereinzeltes Ding, wo jemand auf dem Sofa alleine sitzt, sondern auf einmal wird es so eine, also wird es so ins echte Leben gehebelt.

00:39:24: Das fand ich immer spannend.

00:39:26: Ich meine, eine Bilder kosten mittlerweile ab von zwanzigtausend Euro noch mehr.

00:39:29: Sieben

00:39:30: und zwanzigtausend, fünfhundert und in drei Tagen dreißigtausend.

00:39:34: Und ist das so ein Jahreswechsel-Ding?

00:39:36: Ja, das ist jetzt zum Jahreswechsel.

00:39:37: Also machst du es öfter auch zum Jahreswechsel oder macht man... Manchmal

00:39:40: auch zur nächsten Ausstellung oder so, aber jetzt ist es zum... Genau.

00:39:44: Also... Deine Bilder kosten ab dreißtausend Euro.

00:39:47: Hast du schon mal ein Bild über Instagram verkauft?

00:39:49: Also hast du schon mal irgendwie eine Story hochgeladen oder ein Post?

00:39:52: Und die hat jemand geschrieben, ich kaufe das, und er hat es dann auch wirklich gekauft?

00:39:55: Das ist super, super selten.

00:39:56: Das gibt es.

00:39:58: Aber vor allem bei Sammlern.

00:40:00: Wenn ein Sammler schon die Arbeiten kennt und dann was sieht und sagt, okay, das gefällt mir.

00:40:11: dass man

00:40:11: auch ableiten kann, wie das wirkt, weil ihr die anderen schon kennt.

00:40:14: Ja,

00:40:14: genau.

00:40:14: Und so eine Ahnung hat, wie es sein könnte.

00:40:18: Dann passiert das manchmal.

00:40:19: Aber nicht so out of the blue.

00:40:22: Das passiert eigentlich auf Ausstellungen.

00:40:24: Ich finde auch, das muss man sehen.

00:40:25: Also ein Bild muss man sehen.

00:40:26: Und auch ab dem Preis.

00:40:28: Ich glaub, so bis ... wahrscheinlich bis fünftausend Euro, hätte ich jedenfalls ein gutes Gefühl, okay, das kaufe ich.

00:40:34: Und schaust mir dann später richtig an.

00:40:37: Ja, und dann kommt's irgendwie im Paket oder so.

00:40:40: Aber, ähm, genau, die Bilder kommen dann ja auch mit der Spedition, werden aufgehangen.

00:40:48: Das hast du ja vorhin Stefan erwähnt, der dann immer...

00:40:50: Mit ganz, ganz tollen, das sind keine Dübel, aber er hat so eine... Er

00:40:55: hat ein Patenter drauf.

00:40:55: Er

00:40:55: hat ein Patenter drauf, auch so, dass man die sehr gerade oder perfekt aufhängen kann.

00:41:00: Ja.

00:41:01: Gar nicht so gerade bohren muss, glaube ich, oder?

00:41:03: Genau, du kannst es... Drehen und dann hast du so verschiedene Haken, die so ein Millimeter oder so höher oder tiefer sind und dann, ja, aber er wird das sogar ohne D. Ja, das ist

00:41:14: auch jeden Fall.

00:41:17: Genau, aber ja, das ist nichts, was man so im, also ich hab auch kein Onlineshop oder ein Newsletter oder sonst was, also man kommt halt eigentlich auf eine Ausstellung oder wenn... wenn man in der Nähe von Hamburg ist oder hier gerade herkommt oder Lust hat, nach Hamburg zu reisen, dann kann man auch immer mal eine E-Mail schreiben und ins Studio kommen.

00:41:37: Genau, das gibt's auch

00:41:37: oft.

00:41:38: Heißt, du hast anders als andere gar nicht so eine Monatsplanung oder so was oder so ein Monatsziel, was für dich eigentlich ganz gut wär, sondern es eher so eher ein gutes oder ein schlechtes Jahr, weil es ja total abhängig ist, dann von den Ausstellungen, oder?

00:41:51: Ja, ja, das stimmt.

00:41:54: Das ist ... Aber ich hab da auch wieder dieses Bauchgefühl, da ist keine Jahresplanung oder so.

00:41:59: Diese Jahre sind immer relativ ähnlich mittlerweile.

00:42:03: Das Zweiundzwanzig war so das erste Jahr, was so wirklich hervorragend war oder outstanding.

00:42:11: Und dann, Zweiundzwanzig war ein bisschen drunter und dann ab Vierundzwanzig aber wieder gleich.

00:42:16: Also wieder auf diesem Zweiundzwanziger-Niveau.

00:42:19: Also ich mein ... Du hast ja keine typische E-Com-Prand oder irgendwas.

00:42:24: Da wär man enttäuscht, wenn das Jahr dann unter dem Feuer ist, dann ist man nicht so gut.

00:42:31: Bei dir hängen jetzt auch nicht so viele Menschen dran und es ist trotzdem ein gutes Jahr.

00:42:36: Auch für dich, dass du sagst, total fein?

00:42:39: Oder merkt man das auch als Selbstständiger?

00:42:41: Ist es für dich auch ein Dämpfer?

00:42:42: Oder ist es eigentlich total unabhängig von dem, was zum Schluss auf dem Kontro landet?

00:42:47: Das

00:42:47: ist total egal.

00:42:48: Ich weiß es ehrlicherweise oft auch gar nicht so richtig, bis ich so eine BWA kriege.

00:42:53: Und das interessiert mich auch gar nicht so sehr.

00:42:58: Da mäß ich nichts dran.

00:42:59: Sondern das ist eher ... Cool, ich kann malen und hab diese Zeit frei und wo ist die nächste Ausstellung und was passiert da?

00:43:08: Und dass ich eher die Planung des Jahres, was ist die nächste Ausstellung, was kann ich da machen?

00:43:15: Und jetzt ist die nächste Ausstellung in Zürich und die ist auch noch ein bisschen hin, weil es sind eine ganze Reihe an Bildern in die Schweiz verkauft worden.

00:43:26: Und das heißt ... Dadurch ist meine Ausstellung, die ich eigentlich in Hamburg machen wollte.

00:43:32: Das letzte Ausstellung war im Oktober in Wien.

00:43:34: Dann hätte ich eigentlich gerne noch eine vor Weihnachten in Hamburg gemacht.

00:43:37: Und da gab es einfach keine Bilder.

00:43:39: Dann gab es auch keine Ausstellung machen.

00:43:41: Genau, jetzt ist es am zehnten bis zwölften April in Zürich die nächste Ausstellung.

00:43:47: Dann würde ich gerne in München nochmal zum Sommer was machen und Hamburg irgendwie auch in das Jahr reinplanen.

00:43:54: Und dann würde ich gerne noch mal ein, zwei Monate in New York arbeiten und da eine kleine Ausstellung zum Ende machen.

00:44:00: Also

00:44:00: ist dann ja eigentlich schon immer so ganz gut durchstrukturiert und zumindest so six Punkte mit den ... Also die nächsten

00:44:04: drei Monate sind immer so in Sicht und dann der Rest wird irgendwie so kommt und so.

00:44:10: Paris würde ich auch sehr gerne machen.

00:44:12: Könnte mir auch vorstellen irgendwie im Herbst einen Monat in Paris zu sein oder so.

00:44:16: Und ich spreche gerade über eine Ausstellung in Paris, die vielleicht auch im Sommer sein könnte.

00:44:23: Aber da muss man auch erst mal gucken, sind im Sommer Leute in Paris oder ist es da zu heiß gehen, die alle irgendwie an die Côte d'Azur und sind am Meer?

00:44:31: Oder also wie ist da die Bedingung?

00:44:34: Aber es folgen die am besten jetzt mal alle, weil da erfährt man wahrscheinlich am ehesten, wo es, du hast gesagt, du hast kein Newsletter.

00:44:40: Nee, aber ich hab's oben in der, da gibt's auch bei Instagram diese kleine Bio, da schreibe ich immer das, was safe ist, rein.

00:44:46: Also Zürich steht schon drin.

00:44:49: Da freu ich mich auch sehr, also Zürich ist.

00:44:51: Cool.

00:44:51: Und da sind ehrlicherweise auch die meisten Sammler außerhalb von Deutschland.

00:44:57: Also Hamburg, München, Berlin und Düsseldorf, Köln.

00:45:01: Düsseldorf, Köln habe ichmals eins.

00:45:03: Sind relativ viele.

00:45:04: Und dann ist Zürich gleich das Nächste.

00:45:08: Wann ist man Paul Schrader Sammler?

00:45:10: Weil du grad schon ein paar Mal auch Sammler gesagt hast.

00:45:12: Ich würde schon sagen, das darf man sagen, wenn man eins hat.

00:45:15: Auf eins.

00:45:17: Vielleicht ist es zusammen in so vielleicht zwei technisch richtig, aber ich würde schon sagen, eins.

00:45:22: Ich meine, du hast die Person bestimmt im Kopf, aber die Person mit den meisten, wie viele Kunstwerke hat die von dir?

00:45:28: Die haben zwölf.

00:45:29: Die haben zwölf.

00:45:31: Wow.

00:45:34: Wir wollen hier unser neues Podcast-Format immer mit drei Fragen beenden.

00:45:39: Drei schnellen, aber vielleicht manchmal gar nicht so leichten Fragen.

00:45:42: Welchen Fehler?

00:45:43: Sollte man vermeiden, wenn man Kunst zum Beruf machen will?

00:45:48: Ich hab irgendwann das Gefühl, dass man das nicht planen kann.

00:45:52: Insofern muss man das einfach irgendwie...

00:45:54: Man muss alle Fehler machen?

00:45:55: Alle

00:45:56: Fehler machen, ja.

00:45:57: Sehr gut.

00:45:59: One more hint, auch eine Frage, das war One More Fail.

00:46:02: Was würdest du Menschen raten, die vielleicht so ein bisschen wie du damals zwischen Sicherheit und Leidenschaft stehen?

00:46:09: Ich würde die Leidenschaft machen, aber ich würde es jetzt nicht sagen, weil ich unbedingt eine Eisdiele immer machen wollte und das noch nie gemacht habe, das einfach zu machen, sondern vielleicht schon so ein bisschen eine Ahnung haben, was darauf hinzukommt.

00:46:19: Und was würdest du machen?

00:46:20: Und vor allem nicht den Job kündigen, nur weil man ihn nicht mag.

00:46:23: Also ich mochte, ich habe meinen Job geliebt.

00:46:26: Und ich habe den schweren Herzens gekündigt.

00:46:27: Und wenn man nicht weiß, was man sonst machen soll und sagt, ich mag meinen Job aber auch nicht, dann dann kündigen ist, glaube ich, keine gute Idee.

00:46:36: Sondern dann erst nochmal schauen, was geht.

00:46:38: Also was?

00:46:39: Ja, vielleicht so, dass irgendwie so ein bisschen parallel aufbauen und das auf jeden Fall wissen, was man macht.

00:46:44: Also nur, weil man irgendwas nicht mag.

00:46:46: Ist natürlich auch ein guter Antrieb, das zu beenden.

00:46:49: Aber vielleicht dann, ja, dass man schon irgendwie so eine Ahnung hat, was man machen möchte.

00:46:54: Und ich glaube, das ist ein ganz gutes Zeichen.

00:46:56: Wenn man dafür brennt, dann ist es schon mal eine gute.

00:46:58: Ich fand es spannend, dass du vorhin auch gesagt hast, und ich glaube, das ist zum Beispiel was, was man nicht unbedingt direkt im Kopf hat, dass wir so ein bisschen den Kollegen gefehlt haben.

00:47:07: Ja.

00:47:08: Also so, das eine ist, glaub ich, vorher hast du am Wochenende an deinen Urlaubstagen gemalt.

00:47:14: Und da schätzt man die Ruhe wahrscheinlich sehr wert.

00:47:17: Und es fällt einem nicht auf.

00:47:18: Jetzt sind keine Kollegen da wie blöd.

00:47:20: Sondern man ist wahrscheinlich eher so ja cool nach Ruhe für sich selbst.

00:47:25: Aber dass das dann der Alltag zum Schluss ist und du alleine eigentlich dann plötzlich bist und das dein Alltag ist.

00:47:31: Genau.

00:47:32: Das ist bei mir halt unfassbares Glück, dass man so beides hat.

00:47:35: Dass es immer so eine Wechselbalance ist, also zwischen Malen im Studio alleine und dann Ausstellung.

00:47:41: Und dann hat man viele Sammleressen und da ist auch so ein Social Aspekt dabei, der total schön ist.

00:47:48: Und dann hat man natürlich auch tatsächlich noch Freunde, aber die müssen vielleicht auch arbeiten und so.

00:47:54: Aber das ist eine schöne Mischung.

00:47:55: Aber da würde ich auch vielleicht darauf achten, dass man nicht ganz vereinsamt.

00:48:01: Sehr hypothetische Frage, aber allerletzte Frage.

00:48:04: Wenn morgen aus irgendeinem Grund keiner mehr deine Bilder kaufen würde, würdest du weiter malen oder würdest du auch nochmal überlegen, wieder als Anwalt zu arbeiten?

00:48:14: Also ich würde dann auf jeden Fall weiter malen, weil ich auch sozusagen mit dem Malen angefangen habe, ohne die Bilder verkaufen zu wollen.

00:48:21: Wenn dann das Konto auf Null ist oder Minusbereich, dann würde ich mir vielleicht schon überlegen, ob ich nochmal irgendwie was mache, um den Kühlschrank vollzukriegen.

00:48:29: Aber das Malen würde ich auf jeden Fall weitermachen.

00:48:32: Das ist doch eine schöne letzte Antwort.

00:48:33: Ich danke dir, Paul, dass du hier auch bereitgestanden hast, mit uns das Podcaststudio auszuprobieren.

00:48:40: Sehr gerne.

00:48:40: Vielen Dank.

00:48:40: Und zwischen den Jahren.

00:48:41: Das muss man auch sagen, wenn die Podcastfolge rauskommen, das ist ja schon viel später.

00:48:45: Aber ich habe gemeint, ah ja, wann kannst du denn, wie du es gesagt, immer.

00:48:49: Und das war ich sehr wertzuschätzen.

00:48:51: Vielen, vielen Dank, Paul.

00:48:52: Sehr, sehr gerne.

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